Von dem ›Schmetterlingsbuche mit Illustrationen‹, das der Dorfjunge in der Gartenhütte von Ibenheim verfaßt hatte, bis zu diesem war ein weiter Weg.

Sein väterlicher Freund Haeckel las es, und er klopfte ihm auf die Schulter und sagte: »Ein rechter Kerl geht nicht unter – auch ohne Matura; deutsche Hochschulprofessoren sind keine Philister, und aus einem Zigeuner wird durch die kluge Sorge seiner alten Tante ein gelehrter Doktor.«

Da bestand er sein drittes Examen – diesmal cum laude.

Danach reisten sie nach Bonn – Do und der Doktor und Tante Veronika und das Mädchen Mali; denn Veronikas neunundsechzig Jahre mochten die Hilfe der alten Dienerin auch auf der Reise nicht mehr entbehren.

Damit ist die symmetrische Geschichte mit den drei Prüfungen zu Ende.

Die Gartenhäuser am Horn in Weimar liegen wieder einsam. Aber unter den Sommerbäumen schreiten schöne, lichte Gestalten, gaukeln liebe und bunte Träume. Und wer am Kastanienstamm beim Zaun die eingeschnittenen Namen betrachtet, für den erwachen die Träume zum Dasein; denn um Sieger leben die Vergangenheiten.


Von Max Geißler sind im Verlage von L. Staackmann in Leipzig erschienen:

Das Tristanlied. Epos
Die Rose von Schottland. Epos
Gedichte. Volksausgabe
Die neuen Gedichte. Volksausgabe
Die Bernsteinhexe. Schauspiel
Die Herrgottswiege. Roman
Das hohe Licht. Roman
Am Sonnenwirbel. Roman
Das Heidejahr. Roman
Das Moordorf. Roman
Das sechste Gebot. Roman
Der Erlkönig. Roman
Die Glocken von Robbensiel. Roman
Nach Rußland wollen wir reiten! Roman
Die Musikantenstadt. Roman
Hütten im Hochland. Roman
Inseln im Winde. Roman
Die goldenen Türme. Roman
Die Wacht in Polen. Roman
Briefe an meine Frau