Da fragte er sich ein wenig an der Frau zurecht, aber er wandelte noch auf Wegen aus Himmelblau seinen heißen Wünschen nach.

Als er das Wildrosenkleid und den blühenden Sonnenhut sah, ward er beschwingter Sommerwind und flog ihr entgegen. Der Herr, der mit Gwendolin an dem übersonnten Tische saß, nestelte ihr aus einem schäkernden Besitzrecht heraus an dem goldenen Halskettlein. Und als der lustige Sommerwind dazwischenflog, blies ihn eine morgenkühle Gleichgültigkeit an. Gwendolin tat sehr überrascht, den Herrn Sinsheimer zu sehen, und stellte ihn vor als einen Malschüler, mit dem sie gelegentlich eine Stunde da oben am Waldrande zusammen eine Farbenskizze gemacht habe.

»Und Sie wollen Ihre Staffelei holen?« fragte sie.

»Eigentlich nicht,« antwortete er und setzte sich steil in eine Art von Fassung.

Da kam der Kellner und meldete, der Wagen sei da.

»Wir fahren nach Belvedere,« sagte Gwendolin. »Wenn Sie Ihr Malzeug heute mitnehmen wollen – meine Mietsfrau kennt Sie ja und wird Ihnen willig alles einhändigen. Adieu, Herr Sinsheimer.«

Sie legte die Spitzen ihrer Finger in seine Hand, und nach einer förmlichen Verbeugung ihres Begleiters hüpften die beiden durch den Sonnenschatten der Zwetschenbäume in klingender Unbekümmertheit dahin.

Der Kellner klemmte seine Serviette unter den Arm, und während der Kavalier Jockele sich erhob und zu einem entfernten Tische schritt, starrten sie einander an – Jockele als Hypnotiseur, der Kellner als zweifelndes Medium zwischen Lächeln und sachtem Verkommen des Bewußtseins. Am Gefrierpunkte der Sinne bäumte er sich auf.

»Ich dachte immer, Fräulein Vogelgesang wäre Ihre Braut …«