»Zu dichten brauchen Sie deshalb nicht – sondern Sie müssen sofort die Polizei benachrichtigen,« sagte Henrik; »mir schwant ein fürchterliches Unglück.«
Johnny enteilte. Er warf sich in ein Auto und fuhr zum nächsten Polizeiamt. Dort wußte man nichts von dem Ausbruch eines Löwen. »Nun ja. Vielleicht ist es erst vor einer Viertelstunde geschehen; denn die Fährte war frisch.« Heimlich erwog Johnny, ob er nicht auch ausbrechen und nach England entweichen sollte auf Nimmerwiedersehen. Finsternis fiel über ihn bei dem Gedanken an das Unglück, das da drohte, und bei dem Gedanken an die Rechenschaft, die man von ihm fordern könnte. In rauchendem Wagen kehrte er nach Hause zurück. Es fiel ihm nichts dabei ein, daß er Tofte in seinem Atelier fand und daß dieser sagte: »Ich habe alle Polizeireviere Münchens und die Ortschaften über den Englischen Garten hin angerufen und geboten, das Vieh zu erschießen, wo es sich sehen läßt.«
»Machen Sie, was Sie wollen!« brüllte Johnny, »ich reiße aus.«
Das hatte Tofte geahnt.
Und keine fünf Minuten vergingen, da rasselte der Wecker des Fernsprechers …
»Hier John Williams.«
»Hier Stationsvorsteher von Pasing. Es steht ein Löwe auf der Strecke kurz vor Pasing, der Zug kann nicht einfahren – ist das vielleicht Ihr Löwe?«
»Ach wo! Wie kommen Sie darauf?«
»Ein Reisender sagt, Sie hätten Ihren Löwen als vermißt bei der Polizei gemeldet.«
»Fällt mir ja gar nicht ein!«