Aber Tofte schlug es ihm ab; er hatte einen Einfall, der wog ihm heute so viel wie eine Tonne Gold; gerade heute; denn gänzlich hatte er den alten Henrik in Weimar nicht umgebracht. Er redete aber nicht davon.
Abends, als Johnny schon längst weggefahren war, erschien Henrik mit einigen Freunden und einem Löwenkäfig im Garten von Altschwabing. Sie ließen den Löwen aus dem einen Käfig in den anderen spazieren und entführten ihn so im Dunkel der Nacht. Am anderen Vormittage, kurz vor der Heimkehr Johnnys, kam Tofte noch einmal und markierte in dem geschorenen Rasen eine Löwenfährte. Er wurde damit fertig, und es war nun sehr gut zu sehen, wie das Tier ausgebrochen und über den Rasen gestapft war, wie es vor dem Zaun zum Sprung angesetzt und den Sand mit den Klauen geschlagen hatte, ehe es in den Englischen Garten entwich.
Nicht lange, so sprang Mister Johnny die Stiege im Nachbarhause zu Toftes Malraum in langen Sätzen empor. Er riß die Tür auf und berichtete, der Löwe wäre ihm davongelaufen.
»Unmöglich!«
Dann eilten sie miteinander hinab und sahen die Spuren im Gras und im Sande der Wege. »Ha!« stöhnte Mister Johnny.
»Man wird Ihnen einen Schabernack gespielt haben,« sagte Tofte.
»Denken Sie denn, ich kenne die Löwenfährte nicht?« schrie Johnny. »Halten Sie mich für einen Dummkopf?«
»Im allgemeinen nicht.«
»Und meinen Sie, ich hätte nicht einmal das bei meinen afrikanischen Jagderlebnissen gelernt?« Dabei führte er Toften noch einmal auf der Spur durch den Garten. »Er hat sich keinen Augenblick besonnen – auf dem kürzesten Weg ist die Bestie entronnen.«