»Sind Sie noch da? Wir fordern Sie auf, Ihr Eigentumsrecht …«
»Was?«
»Ihr Eigentumsrecht geltend zu machen und das Tier spätestens morgen abzuholen!«
»Dem Himmel sei Dank,« sagte Mister Johnny, »das Leben wird mir in dieser Stunde zum zweiten Male geschenkt.«
»Das kann ich mir wohl denken,« begann Tofte nachdenklich. Es wollte ihm scheinen, als hätte das Spiel seinen Höhepunkt wohl für die Freunde, nicht aber für Mister Johnny bereits überschritten. Das ging eigentlich gegen den Plan. »Je nun, die Welt ist nicht reich an Humor, und wo er einmal wächst, soll man ihn nicht in der Blüte knicken,« sagte er zu sich. Daß es mit der Geographie Johnnys mangelhaft bestellt war, das wußte man – o, Mister Johnny war ein Brite! Und so war es für ihn durchaus kein Wunder, daß der Löwe die Strecke Pasing, Garmisch, Zugspitze im Fluge weniger Minuten durchmessen. Die Freunde hatten ihre Rolle ausgezeichnet gespielt, und dem Johnny war über der raschen Folge der Ereignisse wirklich nicht der leiseste Verdacht aufgestiegen …
Oder doch? Und suchte er nun schweigend die Fäden zu entwirren? Sann er darüber nach, wie die Lage für ihn zu retten wäre? Tofte wollte zur Klarheit gelangen. »Hm,« unterbrach er die Stille, »schleierhaft bleibt mir bei alledem, was das Vieh eigentlich auf der Zugspitze zu suchen hat?«
»Das ist mir ganz egal,« polterte Johnny los, »im Atlas klettern die Löwen auch auf die Berge! Ich habe keine Zeit, mich mit Ihnen darüber zu unterhalten, verstehen Sie? Die Frage ist jetzt: wie kriegen wir ihn herunter.«
»Nun, das ist doch sehr einfach: Sie telefonieren nach einem Rollfuhrwerk, lassen den leeren Käfig zur Bahn bringen, geben ihn als Passagiergut auf, und wenn es Mühe machen sollte, ihn auf den Gipfel der Zugspitze zu bringen – nun, so kann man die Bestie vielleicht droben in ein Drahtgeflecht einnähen, anseilen und herunterlassen … O, das läßt sich dann schon machen.«