»Wo fliegst du denn hin?« fragte Heidi den Sommervogel in dem schönen gelben Kleidchen mit den schwarzen Streifen und blauen Tupfen darauf.
Der Schmetterling sagte nichts, bog in den Wald und winkte so mit den Flügeln. Da ging Heidi ein bißchen hinterdrein.
Auf einmal – da zog ein Trauermantel um einen silbernen Birkenstamm. Der hatte ein Röckchen aus dunkelbraunem Sammet an, funkelnagelneu, und mit hellgelben Borten.
»Ei, du bist ein kleines Mädchen wie ich,« sagte das himmelblaue Menschenkind; »denn die Buben bei den Trauermänteln tragen Kleider aus schwarzem Sammet. Darf ich mitkommen?«
Der Trauermantel winkte mit den Flügeln und flog über den Bach.
Plötzlich konnte das Bächlein reden und sagte: »Guten Tag, Heidi Sinsheimer. Komm, spring ein bißchen mit mir den Berg hinunter. Wir laufen zur Buschgroßmutter!«
»Meinst du auch, daß ich mich wieder heimfinde von solch einer langen Reise? Du mußt doch bedenken, daß ich noch ein recht kleiner Mensch bin.«
»Haha,« lachte das Bächlein, »nichts leichter als das! Du brauchst nur immer an meinem Ufer zurückzulaufen, bis du zu der weißen Birke kommst; von dort führt das Pfädlein aus dem Walde.«
Ein Stückchen ging Heidi mit. Das Bächlein plätscherte so herrlich um die Steine. Da sangen sie ein Lied miteinander, und Heidi pflückte im Wandern und Singen ein Händchen voll Vergißmeinnicht. Und da sie an einen Mooshang gelangte, setzte sie sich hin und wollte ein Kränzlein winden … winden … la … la … l …