»Ach nein,« scherzte Do.

»Das sagt sie heute, heute so leicht hin,« rief Jockele und warf seiner Frau einen lustigen Blick zu. Da sah ihn die frohe blonde Do an und wurde rot bis hinab in den Ausschnitt ihres Sommerkleides; denn es fiel ihr ein: sie hatte einmal im Moose des Buchwaldes im fernen Thüringerlande gelegen, hatte ihr Gesicht mit dem Hute bedeckt, um den die Ranke aus kleinen Blumen geschlungen war, und hatte gedacht: »Am Rhein sind die jungen Studenten in Schwärmen um mich geflogen – dieser Jockele aber hat seine Augen noch nicht ein einziges Mal vor mich hingestellt, damit sie zu mir sagten: ›Do, Do, du bist auch hübsch, und du gefällst mir doch eigentlich sehr‹ … Die Mädchen prickeln um seine vollen Sinne wie Sekt in einem neugefüllten Glase. Warum prickelt er nicht um mich? Und wenn er gar einmal schäumte, wie vor Gwendolin – man würde sich ja wohl helfen können … Und wenn nicht? – Na …«

Ja, so war das damals gewesen. Und vor diesem Gedanken aus dem Thüringerwalde wurde die frohe blonde Frau auf dem nordischen Fjeld glückselig rot bis hinab in den Ausschnitt ihres Sommerkleides. Aus der gesicherten Entfernung sah sich das alles nun furchtbar lustig an … Aber damals?

So blühte sich die Jugend dieser Menschen durch den Glanz, der sie einwob. Und Rolf Krake fand sich für seine Art fröhlich und aufgetan zu ihren Sonnenseelen. »Es wäre wunderschön gewesen, wenn wir uns fürs Leben gefunden hätten,« sagte er zu Hanna; »aber ganz so wie Do bist du nun doch nicht … Na, es ist auch so, wie es ist, wunderschön,« sagte er in sanfter Bescheidung. »Und dein Kuß hat mir sehr wohlgetan.«

»Da hast du noch einen, du wunderlicher Heiliger! Du kannst mitunter einen bekommen – aber sauber, weißt du, und in Ehren! Ich glaube, man kann dich damit aus deinem dunklen Wasser ziehen …«

»Rettungsringe!« lachte Jockele.

»Es ist ein feiner Einfall,« bestätigte Rolf Krake. »Mir scheint, ich werde bei euch noch ein ganz vernünftiger Mensch.«

»Das scheint mir auch so,« sagte Hanna, »nun, da du mich nicht mehr um jeden Preis heiraten willst, ist das Spiel für dich schon zur Hälfte gewonnen.«

So waren die Tage auf dem Fjeld lustig und hell bis ins Herz.

Einmal des Morgens, als man auf der Osterinsel wieder zum Aufbruch rüstete, trat Nane Thord herein und sagte: »Es ist in der Nacht ein Boot um die Insel gefahren. Es sah aus, als wär' es aus Glas. Und es schien wie ein erleuchtetes Fenster in der Nacht. Es hatte auch zwei leuchtende Ruder in den Halftern. Aber es war kein Fährmann dabei.«