»Johnny!!«

»Ich bin's leibhaftig!«

»Kommen Sie, trinken wir eine Flasche Sekt!« sagte Tofte in alter Gewohnheit, faßte seinen Schüler unter und verließ mit ihm das Schachzimmer. Draußen in dem Erfrischungsraum, in sicherem Winkel, setzten sie sich fest. »So treib' ich es seit einer Woche, mein lieber Johnny,« erzählte das große Licht.

»Und haben sich dabei einen häßlichen Augenkatarrh geholt,« warf John halb im Scherz, halb im Ernst ein.

»Weiß der Teufel,« entgegnete Tofte, »ist das schon so sichtbar? Im Zirkus hat es angefangen. Es war ein Hundeleben, sag' ich Ihnen. Seit fünf Wochen bin ich nun in London. Ich habe gemalt wie nie zuvor: beim Schifferfeuer an der Themse, im Mondschein an der See und im Hafen, bei lumpigem Tranlicht in Armeleutkneipen und im Staube der Straßen. So an die vierzig Bilder. Bei dieser wilden Fahrt haben meine Augen nachgegeben – wie ein Pferd beim Rennen um den Goldpokal … Schicksal, Schicksal, Mister Johnny!«

»Vierzig Bilder!« rief Williams wie im Traume.

»Nu passen Sie auf,« sagte Tofte. »Einmal hab' ich einen Stoß davon unter den Arm genommen, habe mir einen deutschen Matrosen als Dolmetsch gedingt, und so bin ich zu Mister Watson gezogen. »Kaufen Sie mir diese Bilder ab, Herr,« hab' ich zu ihm gesagt. »Well,« hat er gesagt, »lassen Sie sehen.« Und »Ah« hat er gesagt, »was soll mir so etwas nützen? Es ist nicht die Kunst, die ich brauche. Sehen Sie, dies hier – dies wird bei mir gesucht!« Dabei führt mich der Kerl vor Bilder, die ich im Hardanger Fjord gemalt habe und die nun die Namen James King und John Williams tragen!«

Johnny erschrak. »Und was haben Sie ihm geantwortet?«

»Nun, ich war wohl um meinen Verstand gekommen,« sagte das große Licht, »sonst hätt' ich zu ihm gesagt: ›Mein Herr, entweder sind Sie ein Esel, oder Sie sind ein Verbrecher.‹ Aber ich sagte nur, ich glaubte, mit dieser Kunst könnte es die meine auch aufnehmen … Ausgelacht hat er mich!«