»Morgen werdet ihr ihn erkennen,« sagte Gwendolin.

Es vergingen Tage. Einmal wanderten Schaffrath, Meyer, der Professor und Tofte nach Ettersburg, ein andermal nach Belvedere. Sie waren fast an jedem Abend zusammen – aber sie erkannten ihn nicht anders als in den ersten Stunden.

»Was ist das mit dem großen Licht?« fragte Gwendolin.

»Ich weiß es nicht,« sagte Do.

Wenn es des Morgens die Zeit war, daß er malte, war er mit ihr und Heidi allein im Garten. Es drängte sich niemand in diesem Haus um ein wachsendes Werk. Am Ende der zweiten Woche fragte Do die Gwendolin: »Hast du die Madonna gesehen?«

»Nein.«

Do blickte die Freundin aus ihren hochgemuten Augen an und sagte: »Dann laß sie dir zeigen. Ich glaube, das Bild ist sehr schön.«

»Hast du mit ihm davon gesprochen, Do?«

»Nein. Du weißt, er wartet nicht auf ein Lob. Und was ich zu sagen hätte, kam mir zu billig vor. Deshalb schwieg ich – und weil es so unerhört, weil es über jedes Maß ist.«

»Es kann sein,« sagte Gwendolin.