Den ich Tag für Tag gepflegt,
Daß ich ihn den Kindern bringe
Und nur denke, ihn zu mehren —
Kindeskind soll ihn noch ehren —
Jenen Haß, der Frieden zwinge!
Was Repressalien sind, läßt sich schwer beschreiben. Wir haben eigentlich den Eindruck gehabt, daß wir in puncto Repressalien immer die Dummen waren. Ein Franzose schreibt, daß er im deutschen Lager nur schwarzes Brot bekommt, das er nicht mag. Sofort bekommen wir aus Reziprozität auch nur schwarzes. Da man aber schwarzes Brot hier nicht backen kann, so kommt eine Masse heraus, die die Därme zu wildester Tätigkeit aufstachelt. Im deutschen Lager bekommen die Franzosen Bier; sofort dürfen wir auch Bier haben, keinen Wein, der naturgemäß hier billiger ist als Bier, weil er Nationalgetränk ist wie bei uns das Bier. Das Bier ist in Deutschland gut und billig, hier unerschwinglich teuer und schlecht.
Doch zurück zu den Paketen. Neben den Familiensendungen kamen auch Liebesgaben in unser Lager, recht reichlich. Meist vom „Roten Kreuz“, auch von Privaten, die natürlich unter die Bedürftigen verteilt wurden. Aber einmal fiel auch für mich etwas ab, und das erzähle ich, weil es mich in so trostloser Zeit wirklich gefreut hat. Hauptmann Engelhard, mit dem ich später das Zimmer teilte, erhielt von der Vorsteherin der Gundelfinger Schule in Basel ein Paket mit Waschlappen, welche die kleinen Mädchen ihrer Schule für die armen Gefangenen gestrickt hatten; davon gab er mir einen zugleich mit dem Briefe der kleinen Spenderin, der also lautete:
Ich bin ein kleiner Stumpen
Und habe gestrickt vier Lumpen
Für die gefangenen Soldaten,