Altenburg, du bist zwar eine feine Stadt,
Dich thät er mit Untreu meinen,
Da in dir waren all Hofleut rauschend voll,
Kam Kunze mit Leitern und Buben toll
Und holte die Fürsten so kleine, ja so kleine.

Was blies Dich, Kunz, für Unlust an,
Da Du ins Schloß mir steigest,
Und stiehlst die zarten Herren raus
Als der Kurfürst aber war nicht zu Haus',
Die zarten Fürstenzweige, ja Fürstenzweige.

Es war wohl als ein Wunderding,
Wie sich das Land beweget,
Was uf allen Straßen warn für Leut,
Die den Räubern nachfolgeten in Zeit,
Alles wibbelt, kribbelt, sich bereget, ja bereget.

Im Walde dort ward Kunz ertappt,
Da wollt he Beeren naschen,
Were he in der Hast sacken fortgeritten,
Das ihm die Köhler nit geleppischt hätten,
Hett he sie kunt verpaschen, ja verpaschen.

Aber sie wurden ihm wieder abgejagt
Und Kunz mit seinen Gesellen
Uf Grünhain in unsers Herrn Abt Gewalt
Gebracht und darnoch auch uf Zwickau gestalt,
Und mußten sich lan prellen, ja lan prellen.

Davon fiel ab gar mancher Kopf,
Und keiner, der gefangen,
Kam aus der Haft ganzbeinigt davon;
Schwert, Rad, Zangen und Strick, die waren ihr Lohn,
Man sah die Rümper hangen, ja hangen.

So geht's, wer wider die Obrigkeit
Sich unbesonnen empöret;
Wer es nicht meint, der schau an Kunzen,
Sein Kopf thu zu Freiberg noch herußen schwungen,
Und jedermann davon lehret, ja lehret.

Gott thu der frommen Kurfürsten alls Guts
Und laß die jungen Herren
In keines Feindes Hand mehr also komm,
Geb auch der Frau Kurfürstin viel fromm,
Das sie sich in Ruhe vermehren, ja vermehren.

Herder, Stimmen der Völker.

b.
Der Fürstenberg bei Grünhain.