1. Wie der Berg den Namen erhält.
Der jetzige Fürstenberg trug vor dem Prinzenraube 1455 den Namen Schmiedewald, welcher von den Geyerschen Schmieden herrührt, die das Holz darauf kauften und zu Kohlen brennen ließen. In Geyer war als einer alten Bergstadt das Schmiedehandwerk zahlreich und wohlhabend. Am Fürstenberge befanden sich Bergwerksgruben, so rechts von der Quelle die Fürstenberger Fundgrube, die auch Eisenstein baute, links von der Quelle Himmlisch Heer, der Frischglückstolln, der Mohrenstolln. Auf der Spitze der Berge befand sich ein Marmorbruch, dessen Marmor zu Kalk gebrannt wurde.
Auf dem Schmiedewalde hauste der Köhler Georg Schmidt, als Kunz von Kaufungen mit dem geraubten Prinzen Albrecht nahe der böhmischen Grenze bei Schwarzenberg sich sicher fühlte und im Walde rastete. Am Brunnen trank der Prinz. Georg Schmidt gelang es, denselben zu befreien und mit seinen Gehilfen die Räuber gefangen zu nehmen und nach Grünhain ins Kloster zu bringen, wo der Abt Liborius das weitere besorgte. Seit diesem Ereignisse am Schmiedewalde führt der Berg den Namen Fürstenberg.
2. Herzog Albrecht besucht seinen Befreiungsort.
1480 besuchte Herzog Albrecht den Berg, um selbst an dem Orte seiner Errettung der Vorsehung zu danken. Zu jener Zeit lebten zu Elterlein noch Urban Schmidt, sowie die Köhler Wiland und Fischer. Ersterer war es, der als Köhlerbursche am Tage der Befreiung des Prinzen mit Lebensmitteln aus Geyer kam und den alten Schmidt mit der Ursache des Glockenstürmens bekannt machte; letztere halfen den Ritter Kunz mit überwältigen. Diese drei Männer mußten Herzog Albrecht nach dem Fürstenberge führen, um ihm daselbst den Ort seiner Befreiung zu zeigen. Albrecht beschenkte seine schwarzen Führer reichlich, kam auch nach Geyer und sah die zersprungene Glocke an.
c.
Wie das jetzige Brunnendenkmal geweiht wird.
Am 8. Juli des Jahres 1822 fand auf dem Fürstenberge zwischen Grünhain und Raschau eine merkwürdige Feier der hier am 8. Juli 1455 erfolgten Rettung des von Kunz von Kaufungen entführten Prinzen Albrecht statt.
An der Feierlichkeit der Weihe des errichteten Denkmals zur Erinnerung an die schöne That des Köhlers Schmidt nahm die ganze Umgegend teil. Die Schwarzenberger Bürgergarde marschierte schon vormittags 10 Uhr auf den Platz. Mehr als 10 000 Menschen drängten sich um die Pyramide herum, erkletterten Bäume, erstiegen die Dächer der erbauten Buden. Die Schützen von Crottendorf stellten sich auf dem Brunnenplatze auf. Diesen folgten 230 Bergleute mit Fahnen und Bergmusik. Um 1 Uhr donnerten Kanonen durch das Waldthal. Schon vorher waren Zwickauer und Schneeberger Offiziere angekommen. Wie am 8. Juli des Jahres 1455 in der Umgegend die Sturmglocken ertönten, um alles zur Rettung der Prinzen aufzubieten, so ertönten jetzt die Glocken der benachbarten Orte zum Dank- und Freudenfeste der Rettung für Erhaltung des Fürstenhauses.
Die Feier begann mit einem Weihelied und schloß mit einem solchen. Die Predigt hielt Superintendent Dr. Lommatzsch aus Annaberg. Die Sachsenhymne schloß die Feier.
Das Denkmal hat die Gestalt einer Pyramide, die auf einem Sockel von in Jaspis übergehenden braunrotem Thoneisenstein steht. Das Denkmal ist aus Granit in 13 Stufen und bei Schwarzenberg gehauen. Das Ganze umschließt an der Hinterseite eine steinerne Mauer, an der sich Ruhebänke befinden und die in der Mitte das Denkmal mit dem in dessen Sockel entspringenden Fürstenbrunnen einfaßt.