3. Der Kretscham und Fürstenbrunnen bei Neudorf an der Sehma.

Neudorfs oberes Ende stößt an den Kretscham, welchen Namen der tiefere Teil des angrenzenden Ortes Rothensehma führt. Im engsten Sinne ist der Kretscham ein Gasthof mit Freigut, einer Mühle und vielen Vorrechten, auch zum Teil sehr altertümlicher Bauart. Nach einer Volkssage soll hier und nicht am Fürstenberge bei Grünhain des Prinzen Alberts Errettung aus den Händen Kunzens von Kaufungen 1455 geschehen sein. Noch zeigt man im Westen, diesseits eines alten Marmorbruches, den Fürstenbrunnen und im Süden die Stätte des Kohlkrams, wo der mutige Köhler Schmidt, der Triller genannt, sich aufhielt, welcher später die Erlaubnis erhielt, hier an der böhmischen Straße den Kretscham oder Gasthof anzulegen.

Nach Herm. Grimm.

4. Die Prinzenkleider in der Kirche zu Ebersdorf.

Nachdem die beiden sächsischen Prinzen Ernst und Albert ihrem Räuber, dem Ritter Kunz von Kaufungen, durch Gottes Hilfe glücklich entronnen waren, machte der ganze Hof eine Wallfahrt nach der Ebersdorfer Kirche bei Chemnitz, und der Kurfürst ließ daselbst die Kleider der beiden jungen Herrlein, so sie bei ihrer Entführung angehabt, wie auch des Köhlers Schmidt, der sie errettet hatte, Kittel und Kappe aufhängen. Bei den Kleidern wurden folgende Verse angeschrieben:

Kunz Kaufung, der viel wilde Mann,
Im Meißnerland ist kommen an,
Wohl auf das Schloß zu Altenborg,
Sehr frech und kühn ohn' alle Sorg',
Dem Fürsten allda seine Kind
Entführt hat listig und geschwind,
Der Kleider noch sie hängen seht,
Ein jeder der fürüber geht,
Die dazumal bald nach der That,
Der Vater hergehänget hat.

Die gegenwärtig in der Pfarre zu Ebersdorf aufbewahrten Kleider der Prinzen Ernst und Albert sind nur getreue Nachbildungen.

Nach Dr. Köhlers Sagenbuch.

40. Die Hussitenkämpfe im Erzgebirge unter Friedrich dem Streitbaren.

a.
Der Ausbruch des Krieges.