3. Vom hl. Antonius: 4 Körper und 1 Kopf.

4. Vom hl. Blasius: 1 Körper und 5 Köpfe.

5. Vom hl. Lukas: 8 Körper und 9 Köpfe.

6. Vom hl. Sebastian: 4 Körper, 5 Köpfe und 13 Arme. Diesen allen weit über sind die hl. Georg und Pankraz mit je 30 Körpern. Nach so langer Zeit! Wie viele müssen sie erst bei Lebzeiten gehabt haben[284]!

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In Aachen wird heute noch alle sieben Jahre das Hemd der allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria ausgestellt, desgleichen die Windeln Christi!

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Das Kloster Macon rühmte sich des Besitzes der Haut des hl. Dorotheus. Die frommen Nonnen stopften die Haut mit Baumwolle aus und stellten den Heiligen her, als ob er lebte. Da sie aber damit Unfug trieben, schenkte die Äbtissin die Reliquie, in Unkenntnis ihres Wertes, den Jesuiten. Diese stifteten ihr zu Ehren die Brüderschaft vom hl. Leder: wodurch sie viel Geld verdienten. Die Nonnen erfuhren das und klagten beim Papst auf Rückgabe des Heiligtums, das ihnen auch zugesprochen wurde. Aber die Jesuiten hatten die Reliquie in unverantwortlicher Weise verstümmelt. Darob große Entrüstung und abermalige Reklamation beim Papst auf Rückgabe des fehlenden Teiles. Da dieser aber den Mangel, wenigstens für ein Nonnenkloster, nicht für erheblich hielt, mußten sich die Nonnen als Ersatz mit zwei geweihten Muskatnüssen begnügen[285].

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Der umbilicus (die Nabelschnur) und 13 praeputia Christi gehörten und gehören zum Teil noch zum Reliquienschatz der Kirche. Eine dieser hochheiligen Vorhäute wird noch heute in Charroux verehrt und gilt dem Landvolk als „der heilige Präziputius“. Im 17. und 18. Jahrhundert pilgerten besonders schwangere Frauen dorthin, um sich mit ihr segnen zu lassen[286]. Eine andere erquickt noch heute die frommen Pilger in Calcata, unfern Rom[287].