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Im Jahre 1306 war in England das Verbrennen der Steinkohle von König Eduard I. verboten worden wegen des Rauches und des üblen Geruches[308].
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Als J. von Baader, der Veteran des Eisenbahnbaues, sich im Jahre 1831 an die Ständekammer wandte mit der Bitte um Unterstützung, beschloß sie zwar in einer noblen Anwandlung „das Anerbieten J. v. Baaders zur Einführung einer neuerfundenen Bauart von Eisenbahnen und zum Nachweis des Reellen seiner Erfindung durch Versuche im großen in der Art anzunehmen, daß ihm aus Staatsmitteln 3000 Gulden gegeben würden, die er sofort wieder zurückersetzen müsse, wenn seine Versuche den gemachten Zusicherungen nicht entsprächen“, die Kammer der Reichsräte verweigerte aber ihre Zustimmung! Zwei Jahre später, am 10. Juli 1833, wurde endlich der Beweis erbracht, daß die Regierung – wenn schon nicht die Kammern – die außerordentliche Tragweite des Projektes mit weitem Blick erkannt hatte und demnach in großherziger Weise unterstützte. Die Ministerialentschließung lautet: „Die k. Regierung in Ansbach wird ermächtigt, für den Fall der Realisierung der Anlage einer Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth durch Bildung einer Aktiengesellschaft 2 – zwei – Aktien au porteur auf Rechnung des Zentralindustriefonds zu erwerben, um hierdurch die lebhafte Teilnahme der Staatsregierung an dem wichtigen Unternehmen zu bewähren.“ Der Preis der Aktie betrug 100 Gulden, von denen 10% angezahlt wurden. Es war nötig, den König um Unterstützung anzugehen, sonst wären die restierenden 180 Gulden noch nicht am 25. November 1835 bezahlt worden! Das war die von der Regierung der ersten deutschen Eisenbahn gewährte Unterstützung! Bedenkt man allerdings, daß es damals Leute gab, die die Eisenbahn als eine Teufelserfindung verabscheuten und es als eine Versuchung Gottes erklärten, mit Dampf statt mit Pferden und anderen Tieren zu fahren, die dazu vom Schöpfer dem Menschen gegeben seien, dann kann man der Regierungsspende von 200 Gulden eine gewisse Großartigkeit nicht absprechen[309].
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1806 behauptete das Mitglied des Instituts, Mercier, in einem Werke, daß die Erde sich nicht bewege. Er werde nie zugeben, daß sie sich „wie ein Kapaun am Bratspieß“ drehe. Bereits die Schule des Pythagoras hatte die tägliche Bewegung der Erde gelehrt. Weder Platon noch Aristoteles gaben das zu, und der große Geograph Ptolemäus bezeichnet die Hypothese als Narretei und „völlig lächerlich[310]“. Das hl. Offizium hatte s. Z. Galilei gegenüber diese Lehre für „töricht und absurd vom philosophischen Standpunkt und für teilweise formell ketzerisch“ erklärt.
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Als am 11. März 1878 in der Académie des Sciences der Physiker Du Moucel den versammelten Gelehrten den Phonographen Edisons vorführte, sprang der Akademiker Monsieur Bouillaud, durchdrungen von klassischer Bildung voll edler Empörung über die Frechheit des Neuerers dem Vertreter Edisons an die Kehle und schrie: „Sie Schuft! Glauben Sie, wir lassen uns von einem Bauchredner zum Besten halten?!“ Am 30. September des gleichen Jahres gab Bouillaud nach eingehender Prüfung des Apparates die Erklärung ab, er sei überzeugt, daß es sich nur um eine geschickte Bauchrednerei handle. „Man könne doch unmöglich annehmen, daß ein schäbiges Metall den edlen Klang der menschlichen Stimme wiedergeben könne.“
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Als Lavoisier die Luft in ihre Bestandteile zerlegte und entdeckte, daß sie vornehmlich aus den zwei Gasen Sauerstoff und Stickstoff bestehe, also kein Element sei, rief diese Entdeckung einen Sturm der Entrüstung hervor. Der Chemiker Baumé, Erfinder des Aräometers und Mitglied der Académie des Sciences, wetterte dagegen: „Die Elemente oder Grundbestandteile der Körper sind von den Physikern aller Jahrhunderte und aller Nationen anerkannt und festgestellt worden. Es ist nicht zulässig, daß die seit 2000 Jahren anerkannten Elemente jetzt heute in die Kategorie der zusammengesetzten Substanzen eingereiht würden. Man darf das Verfahren, Luft und Wasser in seine Bestandteile zu zerlegen, ruhig als unsicher hinstellen; ganz absurdes Geschwätz, um nicht noch mehr zu sagen, ist es aber, die Existenz von Feuer und Erde als Elemente zu leugnen. Die den Elementen zugeschriebenen Eigenschaften stimmen mit den bis heute erreichten chemischen und physischen Kenntnissen überein; sie haben als Basis für eine Unmenge Entdeckungen und Theorien gedient, eine glänzender als die andere, und man würde diesen Lehren alle Glaubwürdigkeit nehmen, wenn Feuer, Wasser, Luft und Erde nicht mehr als Elemente gelten sollten.“