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Auf einen genau beobachteten Meteorfall, bei dem man das Aufleuchten gesehen, den Knall gehört, den fallenden Meteor bemerkt und ihn noch ganz glühend aufgefunden und der Akademie zur Prüfung übersandt hatte, schrieb der berühmte Lavoisier einen sehr gelehrten Bericht an diese, indem er die Unmöglichkeit nachwies, daß Steine vom Himmel fallen.
Gassendi, einer der selbständigsten und unterrichtetsten Geister des 17. Jahrhunderts, sieht 1627 mit eigenen Augen am hellen Tage einen Meteor aus der Luft fallen, untersucht den 30 kg schweren Stein und führt das Phänomen auf ein unbekanntes Erdbeben zurück.
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Vor wenigen Jahren sprach Verfasser, der selbst diesen und anderen Fragen völlig neutral gegenüber steht, mit einem berühmten Professor der Physik über okkulte Phänomene. Von der Ansicht ausgehend, daß man nicht Beobachtungen und Tatsachen an Theorien, sondern diese an jenen prüfen müsse und daß jede Theorie täglich neuen Prüfungen standzuhalten habe, legte er ihm nahe, der Sache nachzugehen. Er erhielt die Antwort, daß ihm das zu gefährlich sei, denn wenn er sich von ihrer Richtigkeit überzeuge, würde er seinen Ruf bei den Fachgenossen einbüßen!
Die Beobachtung des großen Physikers Galvani, die er 1791 an Froschschenkeln machte und in deren Verfolgung er den nach ihm benannten Strom entdeckte, wurde – von einigen wenigen abgesehen – allgemein mit ungeheurem Gelächter aufgenommen. Er schrieb 1792 darüber: „Ich werde von zwei verschiedenen Parteien angegriffen, von den Weisen und von den Dummen. Den einen wie den andern bin ich ein Spott, und man nennt mich den Tanzmeister der Frösche. Trotzdem weiß ich, daß ich eine neue Naturkraft entdeckt habe.“
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Harvey, der Entdecker des Blutkreislaufes, wurde von Guy-Patin und der gesamten Fakultät mit beißendem Sarkasmus gequält.
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