In England verweigerte die kgl. Gesellschaft 1841 eine Erinnerungstafel für den berühmten Joule. Einige Dezennien später wurde die Errichtung eines Denkmales für Darwin verweigert und dafür ein Affenhaus gegründet.
Als Franklin der kgl. Gesellschaft in London seine Erfahrungen über die Fähigkeit einer Eisenstange, die Elektrizität der Atmosphäre abzuleiten, mitteilte, war ein Heiterkeitsausbruch die einzige Antwort, und die gelehrte Gesellschaft weigerte sich rundweg, den Vortrag drucken zu lassen.
*
Im Jahre 1781 veröffentlichte François Blanchard († 1809) im Journal de Paris einen Brief, in dem er einen Flugapparat beschrieb, an dessen Konstruktion er 10 Jahre lang gearbeitet hatte. „Auf einem kreuzförmigen Gestell ruht eine Art Boot von 4 Fuß Länge und 2 Fuß Breite, welches sehr widerstandsfähig ist, obwohl es nur aus dünnen Stäben besteht. Zu beiden Seiten des Schiffchen erheben sich 6–7 Fuß hohe Stützen, die 4 Flügel von je 10 Fuß Länge tragen. Diese bilden zusammen einen Schirm, der einen Durchmesser von 20 Fuß und mithin einen Umfang von mehr als 60 Fuß hat. Die 4 Flügel bewegen sich mit überraschender Leichtigkeit. Die ganze Maschine, obwohl von beträchtlicher Größe, kann bequem von 2 Männern in die Höhe gehoben werden. Sie hat in der Tat die größte Vollkommenheit erreicht. Man wird mich, schneller als einen Raben, die Luft durchschneiden sehen, ohne daß der rapide Flug mir den Atem benimmt, da ich durch eine sinnreiche Schutzvorrichtung davor gesichert bin.“
Viel war bei dieser Ankündigung Aufschneiderei. Immerhin machte er im Garten seines Hauses Flugversuche und es gelang ihm in der Tat mit Hilfe eines Gegengewichtes von 20 Pfund, das an einer Stange herabglitt, eine Höhe von 80 Fuß zu erreichen. Der Apparat bedurfte also nur mehr eines Auftriebes von 20 Pfund, um das Problem zu lösen. Später soll diese Differenz gar auf 6 Pfund ermäßigt worden sein.
Das war ein zweifelloser Erfolg. Anders dachte darüber der berühmte Astronom J. J. L. de Lallande (1732–1807), der in einem Schreiben vom 18. Mai 1782 im Journal de Paris seinem Unwillen über das von Blanchard erregte Aufsehen Luft machte. „... Gestatten Sie, daß ich das Wort ergreife, um Ihren Lesern die Versicherung zu geben, daß das Schweigen der Gelehrten ein Schweigen der Nichtachtung ist. Es ist in jeder Hinsicht als unmöglich erwiesen, daß sich ein Mensch in die Luft erheben und darin halten könne. Coulomb, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, hat vor etwa einem Jahre in einer unserer Sitzungen einen Vortrag gehalten, in welchem er, auf Erfahrungstatsachen gestützt, durch eine Berechnung der menschlichen Kräfte nachweist, daß man dazu Flügel von 12000 bis 15000 Fuß Größe haben müsse, die mit einer Geschwindigkeit von 3 Fuß in der Sekunde bewegt werden müßten. Nur ein Tor kann auf Realisierung solch phantastischer Ideen noch hoffen.“ Er fügte noch hinzu, daß es ebenso unmöglich sei, sich durch das geringere spezifische Gewicht luftleerer Körper zu erheben.
Noch in dem gleichen Jahre, im November 1782, hat Stephan Mongolfier den Warmluftballon zu Avignon erfunden[314].
*
Ein Herr an einer katholisch-theologischen Fakultät erklärt heute noch die Entstehung der Kohle dadurch, daß Gott die Finsternis in die Erde hinein gebannt habe, und wo diese wieder zum Vorschein komme, geschähe es zur Erzeugung und Befriedigung teuflischer Gelüste, wie Völlerei und Schlemmerei[315]!