Recettes médicales en français publiées d'apres le Mscr. 23, P. Meyer et Ch. Joret, Romania 18, p. 571 ff.
Provenzalisch.
Eine Basler Handschrift enthält der Reihe nach eine Chirurgie des Stephanus Aldebaldi (Algebaldus nach 1400), eine Chirurgie des mayestre rogier (Roger von Salerno), einen anonymen Harntrakt (um 1300 geschrieben), welchem eine Diätetik angehängt ist (veröffentlicht von W. Wackernagel in Haupts Zeitschr. f. deutsches Altertum Bd. 5, 1845 — stimmt stellenweise fast wörtlich mit dem entsprechenden Abschnitte der Meinauer Naturlehre, vgl. S. 357, überein), eine „Anothomya” (veröffentlicht von K. Sudhoff in Studien z. Gesch. d. Med. H. 4, Leipzig 1908, etwa um 1250 geschrieben, freie Bearbeitung der Anatomia des Richardus Salernitanus, mit Exzerpten aus der Anatomia porci des Salernitaners Kophon des Jüngeren), eine Uebersetzung der Augenheilkunde des Benvenutus Grapheus. Der provenzalische Traktat über Anatomie enthält 5 Abbildungen, welche den Knochenbau (mit erklärendem Texte), das Venensystem mit den Eingeweiden der drei Körperhöhlen, die weiblichen Geschlechtsorgane, die männlichen Geschlechtsorgane, die Arterienverzweigung samt den Brust- und Baucheingeweiden darstellen (vgl. Sudhoff l. c.).
Deutsch[27].
a) Mittelhochdeutsch.
Arzneibücher. Das arzinbuoch Ypocratis (Zürich, Wasserkirchbibliothek Ms. C. 58) ca. 1160. Graff, Diutiska II, 1827, p. 269-273; Pfeiffer, Zwei deutsche Arzneibücher aus dem 12. und 13. Jahrhundert, Sitzungsber. d. phil.-hist. Klasse der Wiener Akademie Bd. 42, p. 118-127. Vgl. Hofmann in den Münchener Sitzungsber. Jahrg. 1870, Bd. I, p. 511-526. — „Practica” des „Meister Bartholomäus” von Salerno (München, Hof- und Staatsbibliothek, Cod. germ. 92, Bl. 1-18) ca. 1250. Pfeiffer, Zwei deutsche Arzneibücher, Sitzungsber. d. phil.-hist. Klasse der Wiener Akad. Bd. 42, p. 127-158. — Eine Krankheits- und Heilmittelkunde aus dem 14. Jahrhundert (Breslau, Rhedigerana, Perghdschr. 152 Bl.), vgl. Heinr. Hoffmann, Fundgruben für Geschichte deutscher Sprache und Literatur Bd. I, Breslau 1830, p. 319-327 (auszugsweise abgedr. mit kurzer Inhaltsangabe des Ganzen), Külz und E. Trosse-Külz, Das Breslauer Arzneibuch, Monatsbl. d. Goslarer C. V. naturwissenschaftl. u. med. Vereine an deutsch. Hochschulen (1904). Der Abschnitt „Heilkräfte verschiedener Kräuter” ist eine Bearbeitung des Macer Floridus. — Eine kleine Arzneilehre (Basel, Univ. Ms. Bd. XI, Perg.), 14. Jahrhundert. W. Wackernagel in M. Haupt und H. Hoffmann, Altdeutsche Blätter, 2. Bd., Leipzig 1840, p. 133. — Aus einem elsässischen Arzneibuche des 14. Jahrhunderts (6 Blätter Großfolio — 112-117 — im Großherzogl. Hess. Haus- und Staatsarchiv in Darmstadt), Birlinger, Alemannia 1882, X, p. 219-232.
„Meinauer Naturlehre” (13. Jahrhundert), W. Wackernagel, Stuttgart 1851, Lit. Verein, vgl. S. 357. Für die diätetischen Anweisungen diente das Regimen sanit. Salernitanum zum Vorbild.
Volmars Steinbuch (ca. 1250) in Versen. J. G. Büsching (Museum f. altd. Lit. u. Kunst, II, 1811, S. 52 ff.), H. Lambel, Heilbronn 1877, nebst dem St. Florianer Steinbuch aus dem 15. Jahrhundert.
Heinrich von Mügeln über Steine (um 1350), Lambel, Das Steinbuch, S. 126-134.
Kunrat von Megenberg (ca. 1309-1374), Puch der natur (ca. 1350), ed. Fr. Pfeiffer, Stuttgart 1861. Neuhochdeutsch von H. Schulz, Greifswald 1898. Der Verfasser, ein frei gesinnter Kleriker, stammte aus dem östlich von Schweinfurt gelegenen Orte Mainberg (Meyenberg), lehrte 8 Jahre hindurch in Paris, wirkte sodann nach seiner Rückkehr nach Deutschland (1337-1341) in Wien als Vorsteher der Bürgerschule bei St. Stephan und nahm endlich in Regensburg dauernden Aufenthalt (als Pfarrer, später Kanonikus). Das Megenbergsche Buch der Natur deckt sich inhaltlich mit dem Liber de naturis rerum des Thomas von Cantimpré (vgl. S. 357), scheint aber nicht direkt nach dieser Schrift, sondern nach einer lateinischen Ueberarbeitung derselben (durch den Bischof Albert von Regensburg) hergestellt zu sein.