[28] Verhalten des Urins und Pulses, der Zustand in den verschiedenen Tageszeiten, die Farbe des Gesichtes und die Beschaffenheit der Träume kommt hierbei in Betracht.

[29] Beginnend mit den Krankheiten des Kopfes: Vallendes Siechthumb (Epilepsie), von dem gehen Tode (Apoplexia), von der Unsinne (Mania), Haubtschwindel, Fluß des Haubtes u. s. w. In der Therapie überwiegen die vegetabilischen Drogen, die Dreckapotheke ist reduziert. Chirurgische Eingriffe, meist nur als ultima ratio, werden bei folgenden Affektionen empfohlen: Siechthumb der Nase ═ Polypen, pöse Drüsen am Halse ═ Skrofeln, Fleisch in der Keln ═ Schwellung der Mandeln, Theielplattern ═ Hämorrhoiden (Kauterisation), Pyß eines tobenden Hundes, Verwundung des Haubtes (Entfernung der Knochensplitter), Verwundung eines großen Darmes oder des Magens (Naht) u. s. w.

[30] wie sich die schwangern frawen halten süllen vor der gepurt, in der gepurt vnd nach der gepurd.

[31] Mitteldeutsche Traktate des Salernitaners „Meister Bartholomaeus” über gebrannte Weine und Wässer liefen handschriftlich umher (vgl. die Veröffentlichung von J. Haupt in Sitzungsber. d. Akad. Wiss. Wien, Philos.-histor. Klasse 71. Bd., Wien 1872, p. 542 ff.). Möglicherweise ist daher das Büchlein des Michael Puff nur eine Kompilation — Ueber die lateinischen Schriften des Michael Puff aus Schrick vgl. L. Senfelder, Oeffentliche Gesundheitspflege und Heilkunde, Separatabdr. aus Bd. II der Geschichte der Stadt Wien, herausgeg. vom Altertumsvereine zu Wien 1904.

[32] Zitiert sind 25 Autoren, darunter am häufigsten von den antiken Galen, von den arabischen Avicenna, von den abendländischen Lanfranchi. An letzteren, der sein Lehrer war, schließt sich Y. am meisten an. Außer den bekannten kommen unter den zitierten Autoren auch eine Anzahl von Namen zum ersten Male vor, z. B. Wilhelm von Congeinna oder „Anceél van Geneven”, welcher im Gegensatz zu allen übrigen Chirurgen bei Verwundeten kräftige Diät empfahl, Wilhelm van Medicke, der eine Quecksilbersalbe angab u. s. w.

[33] Unter den Heilmitteln der Wassersucht nach Wechselfieber empfahl er den Bodensatz in den Eimern der Schmiede, bei Strangurie Injektionen von Milch und Narkotika.

[34] Bezüglich der S. 274 erwähnten angelsächsischen Literatur wären nachzutragen, die Neueditionen des Leech Book of Bald von Günther Leonhardi in der Bibliothek der angelsächsischen Prosa VI. Bd., Hamburg 1905, p. 1-91, des anderen Leech Book von demselben Herausgeber ibid. VI. Bd., 1905, p. 91-109, der angelsächs. Rezeptsammlung Lacnunga, ibid. IV. Bd., 1905, p. 121-155.

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