[23] Der Star wurde als Gerinnung einer ausgeschwitzten Flüssigkeit betrachtet, und als sein Sitz galt der Raum zwischen Regenbogenhaut und Kristall.
[24] Die Zusammenstellung war folgende: I. de sectis; II. ars medica; III. de pulsibus ad tirones; IV. ad Glauconem de medendi methodo; V. de elementis secundum Hipp.; VI. de temperamentis; VII. de facultatibus naturalibus; VIII. fünf Bücher über Anatomie: a) de ossibus, b) de musculor. dissectione, c) de nervor. dissectione, d) de venar., e) de arteriar. anatome; IX. sechs Bücher über die Ursachen und Zeichen der Krankheiten: a) de differentiis morborum, b) de morbor. causis, c) de symptomat. differentiis, d) de symptomat. causis libri tres; X. de loc. affectis; XI. a) de differentiis puls., b) de dignoscendis pulsib., c) de causis puls., d) de prognosi ex pulsu; XII. de differentiis febrium; XIII. de crisibus; XIV. de diebus criticis; XV. Methodi medendi libri; XVI. de sanitate tuenda.
[25] Von den Kommentaren des Joannes Alexandrinus zu den galenischen Schriften sind jene zu unterscheiden, welche Joannes Philoponos im 6. Jahrh. verfaßt hatte.
[26] Es handelt sich wahrscheinlich um kein Originalwerk, sondern um eine Uebersetzung aus dem Arabischen (Avicenna?).
[27] Er wird in manchen Handschr. als πρωτοβεστιάριος ═ Obergarderobenmeister und als μαγιστὴρ Ἀντιοχείας ═ Oberaufseher des von Antiochos erbauten Palastes in Konstantinopel bezeichnet.
[28] Dieser Beiname rührt davon her, daß Joannes mit dem Titel eines ὰκτουάριος am Hofe der Paläologen lebte.
[29] Hier macht sich der Einfluß der inzwischen erstarkten arabischen Medizin geltend, welche insbesondere in der Fiebertherapie an Stelle der drastischen Purganzen anfeuchtende, kühlende Mittel einführte.
[30] Wenn auch Hippokrates, Galen, Oreibasios, Aëtios, Alexandros und Paulos bald mehr, bald weniger ausführlich über die Harnschau schrieben, so betrachtete doch keiner von ihnen die Uroskopie als diagnostisches Universalmittel, dem gegenüber die übrigen Methoden vernachlässigt werden dürften. Noch Aëtios legte auf die Pulsuntersuchung den Nachdruck, wenn er auch namentlich bei fieberhaften Affektionen die Harnschau für sehr nützlich hielt. Joannes Aktuarios suchte der durch Magnos, Theophilos u. a. begründeten einseitigen Vorliebe für die Uroskopie entgegenzutreten, indem er sogar in der Spezialschrift über den Harn die Notwendigkeit der Untersuchung des Pulses, der Atmung, des Sputums, der Fäces u. s. w. betonte. Im allgemeinen, sagt er, genügt keine einzige Methode für sich allein, um eine richtige Diagnose und Prognose zu stellen, namentlich bedürfe die (an sich leichtere) Uroskopie der Ergänzung durch die (schwierigere und weniger zuverlässige) Pulsuntersuchung, nur die Vereinigung beider gebe die nötige diagnostische Sicherheit. Der Puls lasse auf die Beschaffenheit der inneren Wärme und Lebenskräfte schließen, der Harn zeige die Quantität und Qualität der Säfte an, die Exkrete endlich weisen auf die Art der Kochung (Verdauung etc.) hin. Welche Methode im einzelnen Falle am wichtigsten ist, hänge somit von der Natur der Krankheit ab.
[31] Die Prinzipien der Pneumatiker ließen sich am leichtesten mit der christlichen Weltanschauung vereinigen.
[32] Der Harn ist nach der Lehre des Joannes Aktuarios nichts anderes als ein Ausscheidungsprodukt, welches bei der Pepsis in der Leber entstehe. In der Aneignung und Umwandlung des Nahrungsstoffes unterschied er nämlich mehrere Stufen, nämlich 1. die Verdauung im Magen, 2. die Verarbeitung des Nahrungsstoffes in den Gekrösvenen, der Pfortader und im unteren Teile der Leber, 3. die weitere Umwandlung in den Gefäßen des oberen Teiles der Leber, 4. die Assimilation in den Organen; diesen vier Stufen entsprechen die verschiedenartigen Ausscheidungen: 1. Erbrechen und Stuhlgang, 2. Gallenabsonderung, 3. Harnabsonderung, 4. Ausdünstung, Schweiß und Ausschläge.