[13] Zitiert werden unter anderen Aëtios, Apollonios, Archigenes, Asklepiades, Dioskurides, Erasistratos, Galenos, Hippokrates, Jakobos Psychrestos, Magnos, Mnaseas, Philagrios, Philotimos, Rhuphos, Severos, Xenokrates.

[14] Bemerkenswert ist namentlich eine Stelle (ed. Puschmann II, 154), wo Alexandros den Galen wegen seiner Therapie tadelt und sich folgendermaßen entschuldigt: Hier gilt in Wahrheit jenes Wort, welches Galen über Archigenes sprach: „Er war ein Mensch, und es ist deshalb schwer anzunehmen, daß er sich nicht in manchen Dingen geirrt haben sollte, da er manches überhaupt gar nicht gekannt, anderes unrichtig gedeutet oder nur oberflächlich beschrieben hat.” Zwar hätte ich nicht gewagt, dies von einem Manne zu sagen, der in wissenschaftlicher Hinsicht so hoch dasteht, wenn nicht die Wahrheit mir Mut eingeflößt, und ich das Schweigen für eine Sünde gehalten hätte. Denn wenn der Arzt sich eine Ansicht bildet und sie nicht ausspricht, so tut er großes Unrecht, handelt frevelhaft und bringt sich durch sein Stillschweigen freiwillig in großen Schaden. Man muß dabei den Grundsatz befolgen, welchen, wie er sagt, Aristoteles ausgesprochen hat: „Lieb ist mir Plato, lieb ist mir aber auch die Wahrheit, und wenn es sich um die beiden handelt, so muß man der Wahrheit den Vorzug geben.”

[15] Ins Lateinische wurde Alexandros schon früh, jedenfalls lang vor dem 9. Jahrhundert übersetzt. Späterhin wurden Schriften des Alexandros ins Syrische, Arabische und Hebräische übertragen.

[16] Sehr interessant sind mehrere Fälle von Psychotherapie: „So heilte der Arzt Philotimos (vgl. Bd. I, S. 244) einen Kranken, welcher an der Idee litt, daß man ihn, weil er ein König gewesen wäre, enthauptet habe, dadurch, daß er ihm plötzlich eine bleierne Mütze auf den Kopf setzte, so daß er die Schwere fühlte und die Ueberzeugung bekam, er habe seinen Kopf wieder erhalten.” ... „Eine Frau, die eine Schlange verschluckt zu haben glaubte, wurde dadurch geheilt, daß man in ihren Auswurf ein kleines Tierchen setzte, welches vollständig dem Gebilde ihrer Phantasie glich und dem Tiere entsprach, wie es ihr leerer Wahn ihr vorgemalt hatte.”

[17] Gegen Singultus werden, wie noch heute in der Volksmedizin, auch verschiedene Wundermittel empfohlen mit der Motivierung: „Man darf gewisse Dinge nicht gering achten, sondern man muß alles anwenden, aber bei der Behandlung zugleich die übrigen Vorschriften beobachten, welche die Wissenschaft gibt.”

[18] Auch eine ganze Reihe von Wundermitteln wird aufgezählt, z. B.: „Man nehme einen eisernen Ring, mache den Reif desselben achteckig und schreibe auf das Achteck: Fliehe, fliehe o Galle! Die Lerche hat dich gesucht. Darunter mache man auf den Kopf des Ringes das Zeichen ϗ.” „Ich rate euch,” sagt Alexandros, „diese Mittel nicht dem ersten besten, sondern nur den Gläubigen und solchen, welche sie wohl zu bewahren verstehen, mitzuteilen.”

[19] Hingegen werden Wundermittel mitgeteilt.

[20] Am Schlusse teilt Alexandros eine ganze Reihe von Sympathiemitteln gegen Podagra mit, z. B. folgendes: Man nehme ein goldenes Blatt und schreibe bei abnehmendem Monde die untenstehenden Worte darauf; dann binde man die Sehnen eines Kranichs darum und schließe es in eine dem Blatte entsprechende Kapsel ein, welche der Kranke an den Fersen tragen muß. „μεί, θρεύ, μόρ, φόρ, τεύξ, ζά, ζών, θέ, λού, χρί, γέ, ζέ, ών.. Wie die Sonne in diesen Namen fest wird und sich täglich erneuert, so macht auch dieses Gebilde fest, wie es früher war, schnell, schnell, rasch, rasch. Denn siehe! Ich nenne den großen Namen, in welchem das wieder fest wird, was dem Tode geweiht war: ἰάζ, ἀζύφ, ζύων, θρέγξ, βαίν, χωώκ. Macht dieses Gebilde fest, wie es dereinst war, schnell, schnell, rasch, rasch.”

[21] Folgende sind die wichtigsten Farben, welche der Harn zeigen kann: λευκόν, γαλακτῶδης, γλαυκόν, χαροπόν, ὑπωχρον, ὡχρόν, ὑπόῤῥυον, πυρρόν, ὑπόξανθον, ξανθόν, ὑπέρυθρον, ἐρυθρόν, οἰνωπόν, κυανοὑν, χλωρόν, πελιδνόν, μέλαν.

[22] Vgl. Bd. I, S. 235 u. 318. Severos und ihm folgend Aëtios hatten diese Methoden als barbarisch bezeichnet.