[3] Ein sehr ansehnliches Material liegt nur handschriftlich vor und entzieht sich der allgemeinen Kenntnis, erst von der kommenden Forschung dürfen wir wirklichen Aufschluß erwarten.
[4] Gerade Aerzte haben zur Anbahnung dieser kulturellen Beziehungen viel beigetragen, sei es, daß sie aus Liebe zur Forschung Reisen unternahmen, sei es, daß sie als Gesandte in fremden Ländern verwendet wurden und ihren Aufenthalt für die Wissenschaft ausnützten, z. B. Stephanos von Edessa, Uranios.
[5] Der Unterricht war wahrscheinlich mit der Demonstration anatomischer Tafeln (vgl. Rob. Fuchs, Deutsche med. Wochenschr. 1898) verbunden.
[6] Als Titel von Hofärzten kommen je nach der Zeitperiode verschiedene Rangbezeichnungen vor, z. B. κόμης τοῦ ὀψικίου (comes obsequii) ═ Chef des kaiserlichen Gefolges, πρωτοσπαθάριος ═ Oberst der kaiserlichen Leibwache, ἀκτουάριος u. a.
[7] Es war überhaupt keine Seltenheit, daß Priester auch als Aerzte fungierten, von einem solchen ließ sich z. B. Justinian behandeln.
[8] Hauptquellen des Werkes sind Archigenes, Soranos, Galenos und Oreibasios. Soranos ist wohl indirekt durch die Kompilation des Philumenos benützt; Archigenes namentlich auch für die Lehre von den giftigen Tieren, Giften und Gegenmitteln. Außerdem kommen in Betracht: Adamantios (Zahnheilkunde), Antyllos, Asklepiades, Demosthenes, Didymos, Dioskurides, Heras, Herodotos (Wurmleiden), Hippokrates, Justos, Kriton, Leonides (Genital- und Afteraffektionen), Markellos von Side (Lykanthropie), Markianos, Philagrios (Milzleiden), Poseidonios (Gehirnleiden), Rhuphos, Severos.
[9] Vgl. die deutsche Uebersetzung des XVI. Buches von M. Wegscheider.
Aëtios bringt in diesem Buche Bruchstücke aus den einschlägigen Schriften des Archigenes, Galenos, Leonides, Philagrios, Philumenos, Rhuphos, Soranos. Bei nicht wenigen Kapiteln, die in ihrem Inhalt an Soranos erinnern, findet sich die Bezeichnung „nach Aspasia”. Es ist die Vermutung ausgesprochen worden, daß es sich bei „Aspasia” um ein so betiteltes, aus der methodischen Schule hervorgegangenes Buch, nicht um eine ärztliche Persönlichkeit handle.
[10] Vgl. die deutsche Uebersetzung von J. Hirschberg.
[11] Schon Soranos empfahl, unmittelbar nach der Geburt Oel in die Augen der Neugeborenen zu träufeln, um den Augenleiden vorzubeugen (vgl. Bd. I, S. 346). Auch Aëtios empfiehlt dies (Lib. IV. cap. 3).
[12] Von den vier älteren Brüdern des Alexandros erlangte der Erbauer der Hagia Sophia, Anthemios, der bedeutendste Mathematiker und Mechaniker seiner Zeit, unvergänglichen Ruhm, Metrodoros zeichnete sich als Grammatiker, Olympios als Jurist, Dioskoros als Arzt aus.