Natürlich gilt ganz Ähnliches wie von dem Einflusse des Mannes auf die Frau auch vom Einflusse der Frau auf den Mann. Kaum etwas spornt den Mann mehr zur Tat als der Beifall der Frau. Nicht als Kämpferin auf dem Kampfplatz der Männer, aber als Kranzspenderin lenkt die Frau die völkische Entwicklung mit. Wenn sie nur dem edlen Wettstreit ihren Beifall spendet, nur nützliches, tüchtiges und rechtschaffenes Handeln belobt und belohnt, leistet sie ihrem Volk den besten Dienst. Der Adel ihres Wesens und Verhaltens bestimmt den Adel ihres Hauswesens, die Gesittung ihrer Familie.
Die Macht der Frau als Gattin und Mutter ist so groß, daß sie mitten in einer Wüste von Dummheit und Ichsucht, an deren Urbarmachung die treueste Arbeit des Mannes scheitert, eine Oase von Seelenhoheit und Glück zu schaffen vermag, — wenn sie nur selbst ein reines Herz besitzt! Nur der Umstand, daß in der modernen Frauenbewegung alte Jungfern das große Wort führen, die infolge ihres bedauerlichen Schicksals von der Größe und Herrlichkeit des wahren Frauenberufes nichts ahnen, macht es verständlich, daß die „moderne Frau“ das Reich der Ehe und Familie, wo die Frau als Verwirklicherin des Ideals edler Menschlichkeit den Kreis ihrer Lieben beglücken und dadurch unberechenbare Fernwirkungen ausüben kann, als Gefängnis haßt und verachtet und mit unbelehrbarer Leidenschaftlichkeit in die unerfreuliche Welt des Mannes hineindrängt, um dort auf seinen Wegen kümmerlich dahinzukriechen. Dorthin, wo ein — wenn auch kleines — Reich dauernden Friedens bestehen kann, trägt die „Emanzipierte“ mit ihrer Selbstsucht Unruhe und Kampf; in der Welt des Mannes aber, für welche Kampf und Krieg unerschütterliches Gesetz sind, will sie, in der richtigen Einsicht, daß der Krieg die Unfähigkeit der Frau für das Staatsleben zu völliger Nacktheit enthüllt, den „ewigen Frieden“ stiften, wobei sie nichts anderes erreichen kann, als den Herzen der Männer Schwachheit, Wehleidigkeit und Feigheit einzuflößen.
Es gehört zu den größten Mängeln unserer gesellschaftlichen Einrichtungen, daß sie der Mehrzahl erst lange nach Eintritt der Geschlechtsreife das Eingehen der Ehe gestatten. Wie viele könnten aber auch unter den heutigen Verhältnissen längst die Wonnen jugendkräftiger Liebe ohne Gewissensskrupel in der Ehe genießen, wenn sie mit einem bescheidenen Haushalte zufrieden wären, wenn nicht der Hang nach trägem Wohlleben und nichtigem Luxus oder töricht überspannter Ehrgeiz sie von der Ehe zurückschrecken würde!
Ich bin am Schlusse meiner Erörterungen angelangt. Aus der ungeschminkten Darstellung der Wirklichkeit ergeben sich ungezwungen die Folgerungen. Die Hygiene kommt zu ganz denselben Forderungen wie die Moral. Die oberste Forderung ist: daß jeder seinen Geschlechtstrieb beherrschen lernen muß! Enthaltsamkeit von allen geschlechtlichen Genüssen bis zum Eintritt der vollen Geschlechtsreife und bis zur Vollendung des eigenen Wachstums! Befriedigung des Geschlechtstriebes ausschließlich in der Ehe! Maßhalten im Genusse; auch in der Ehe!
Die Zahl der Kinder darf man nicht so weit anwachsen lassen, daß es der Familie unmöglich wird, sie zu ernähren und aufzuziehen.
Die Erzeugung von Kindern, die voraussichtlich krank oder minderwertig geraten würden, muß unterlassen werden.
Dagegen hat der Gesunde und Tüchtige seinem Volke gegenüber geradezu die Pflicht, zahlreiche Nachkommen zu erzeugen. Es ist ein unersetzlicher Verlust für die Nation und eine Sünde an ihr, wenn — wie dies so häufig geschieht — gerade geistig und sittlich hochstehende und dabei körperlich gesunde Männer ehelos bleiben und sich der Fortpflanzung enthalten, wenn so gerade der edelste Keimstoff vergeudet wird! Heute mehr als je, da uns der Weltkrieg Hunderttausende von Männern bester Art geraubt hat!
Regelung des ganzen Geschlechtslebens im Dienste der Fortpflanzung! Veredelung des rein tierischen Verkehrs zu einer sittlichen Gemeinschaft!