Bis in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts hinein wurde das Stück regelmäßig in Ernstthal und jedenfalls auch in Gersdorf aufgeführt. Bühnendekoration war unnötig. Mosen fand leider nur noch Bruchstücke vor. Seine Uebereinstimmung mit dem Reichenbacher Spiel (R. in Schlesien) wurde schon erwähnt. Mosen teilt nur den Anfang mit.
Die Spieler singen in der Hausflur den Vers:
Hosianna, Davids Sohn, kommt in Zion eingezogen.
Dann geht der Schriftgelehrte ins Zimmer und spricht:
»Geliebte in dem Herrn!
Wir treten hier ein ohn allen Spott.
Einen schönen guten Abend, den geb Euch Gott
einen schönen guten Abend, eine fröhliche Zeit,
die Sie und Ihre Kinder erfreut.
Geliebte in dem Herrn! Wir sind heut hier versammelt, den großen Gedächtnistag unseres Erlösers mit unseren Mitchristen feierlich zu begehen und denselben, wie sichs bei Christis Geburt hat zugetragen, deutlich ans Herz zu legen und vor Augen zu stellen. Denn es ist ein Tag, den der Herr gemacht, sei Lob in alle Welt gebracht. Das laßt uns freuen und fröhlich sein und Gott die Ehre geben. Ja
Wie groß ist dieser Freudentag,
daran man sich versammeln mag,
zu loben unsern Gott allein,
der jetzt sein Volk läßt fröhlich sein.
Uns Menschen aber sei bewußt
die wundersüße Weihnachtslust.
Wir fangen an mit frischem Mut,
Euer Jesulein, das höchste Gut!
Dann singen alle Beteiligten den Vers: »Wachet auf, ruft uns die Stimme!« Nun treten die Schäfer auf. Das Stück trug schon zu Mosens Zeiten alle Zeichen des Verfalls, zusammengeflickt und verwirrt muß es gewesen sein, sodaß Mosen auf eine vollständige Wiedergabe verzichtet.
Vollständiger ist das