Der sanft zum sächsischen Niederlande sich senkende Nordabhang des Erzgebirges weist eine Menge von landschaftlichen Schönheiten auf, die den Naturfreund zu entzücken vermögen.

Besonders bieten die Flußtäler ungemein viel Reizvolles. Hier engen starre Felsen das Flußbett ein, dort erweitert sich das Tal zum schönsten Wiesengrunde. Der Zauber der Romantik wird in den Schlössern und Burgen lebendig, freundliche Städte und Dörfer laden zum Rasten ein, frischer grüner Wald labt Auge und Herz. Dem Geologen wie dem Historiker bietet sich mancherlei Fesselndes. Dabei sind die Wanderungen von Chemnitz aus meist in einem halben Tage auszuführen und werden durch bequeme Bahnverbindungen unterstützt. Im Folgenden sind eine Anzahl der beliebtesten und lohnendsten Wanderungen zusammengestellt.

a) WittgensdorfHerrnhaider Park (20 Min.) – Plantagengut Göppersdorf (20 Min.) – Göppersdorf (10 Min.) – Burgstädt (40 Min.)

Ausgangspunkt: Bahnhof Wittgensdorf.

Wanderzeit: 1½ Stunde.

Aus dem Bahnhofsgebäude tretend rechts durch die kleine Birkenallee. Hinter dem Bahnwärterhaus auf die andere Seite der Bahn und in Richtung der Geleise weiter. Breiter Fußweg an sumpfigen Wiesen hin, schließlich über einen Bach und auf die Fahrstraße. Diese bringt uns nach rechts in wenigen Minuten zum Herrnhaider Park, dem bekannten Konzert- und Vergnügungslokal mit ansehnlichem Park.

Wegkreuzung, wir folgen dem Weiser »Hartmannsdorf«. Links die Schule, rechts das Wasserwerk Burgstädt. Über eine kleine Brücke. Wegteilung: rechts talabwärts. Am Lipprigbach entlang, zur Linken die Jungviehweide der Weidegenossenschaft Hartmannsdorf und Umgebung. Zum Plantagengut Göppersdorf mit Kelterei und Obstweinschenke. Zur Erdbeerenzeit besonders gern besucht. Der Fernsprechleitung folgend auf dem Fahrweg weiter nach dem langgestreckten Göppersdorf, erst am Bache hin, dann die Landstraße weiter. Göppersdorf ist eng mit Burgstädt verwachsen.

Burgstädt, 294 m hoch gelegen, ist eine der gewerbfleißigsten Städte Sachsens. 8000 Einwohner. Hauptsächlich werden Handschuhe und Strumpfwaren hergestellt, auch Strickmaschinennadeln, Schuhwaren, Porzellan usw. Sehenswert ist die alte Kirche.

Vom Hause Nr. 112 rechts die Albertstraße ab und auf deren Verlängerung, die Augustusstraße bis zum Kriegerdenkmal. Von hier rechts auf der Bahnhofstraße zum Bahnhof. – Rückfahrt nach Chemnitz.