Die Wasserkünste spielen in der Regel an den Konzerttagen, gegen besondere Bezahlung werden sie auch an anderen Tagen in Tätigkeit gesetzt.

Nachdem man von den Pavillons schöne Blicke ins Zschopautal genossen hat – man verglich die Lage Lichtenwaldes mit der des Heidelberger Schlosses – gehen wir nach links, den schmalen Weg an der Mauer hin, 10 Stufen hinunter zum »Pilz«. Erneut schöner Ausblick ins Tal. Die Stufen wieder hinauf, nach links zurück und den Weg nach rechts, nun nach links zu einer Statue »Der gefesselte Flußgott«. Wir stellen uns mit dem Rücken gegen die Statue und wandern geradeaus wieder zurück zu dem Rundteil mit der Vase (Kastanienstück) und zum Konzertplatz.

b) HilbersdorfEbersdorf (1 Std.) – Brettmühle (½ Std.) – Lichtenwalde (25 Min.).

Wanderzeit: ca. 2 Std.

Ausgangspunkt: Haltestelle Margaretenstraße der Straßenbahn Altes Theater-Hilbersdorf.

Ecke Margaretenstraße verlassen wir die Straßenbahn. Nun die Zeppelin- oder Frankenberger Straße weiter, unter der Eisenbahnbrücke hinweg bis zum Gasthaus »Drei Rosen«. Nun die Landstraße allmählig ansteigend weiter bis zum Stadtteil Neu-Ebersdorf. Wegteilung: rechts weiter. Am Gasthof Ebersdorf vorbei. Links eine stattliche Linde. Hier verlassen wir die Landstraße nach links. Ein Bauernweg führt uns hinter den Gütern weg. Links ein Fußsteig hinab zur Dorfstraße von Ebersdorf. Diese rechts weiter. An der Schule vorbei. Endlich kommen wir zur Kirche, weitbekannt wegen ihrer Geschichte und Bauweise.

Ebersdorf, eine sehr alte Niederlassung, gewöhnlich Stift Ebersdorf genannt, war schon frühzeitig durch ein wundertätiges Marienbild zu einem besuchten Wallfahrtsorte geworden und besaß eine reichgeschmückte Kirche und eine Marienkapelle. Das Stift sieht noch heute recht stattlich aus. Die Lage auf der Anhöhe, das stattliche Pfarrhaus, das Tor mit dem Torturm, der turmartige Bau der ehemaligen Marienkapelle, die Kirche mit ihrem hochaufragenden Dache und Turme machen noch immer einen stattlichen Eindruck. Die ganze Kirchstätte war früher mit Befestigungen versehen, von denen jetzt noch Reste vorhanden sind. Der Altarplatz, von einem einfachen, aber guten Kreuzgewölbe überspannt, hegt ein kunstvolles Altarwerk.

Figuren und Bilder stammen aus dem Jahre 1513. Kanzel und Glasmalereien sind neueren Datums. Das Grabmal des kühnen Springers Dietrich von Harras ist unter der nördlichen Empore zu finden. Darüber an der Decke ein hölzernes Hufeisen mit der Jahreszahl 1499. Dieses soll das vergoldete, schmiedeeiserne ersetzen, das der Ritter nach Ausführung des kühnen Sprunges zum Danke gegen die Heiligen hier aufhängen ließ. Das Original ist gestohlen worden. Unter einem kleinen Kapellenanbau an der Nordseite eine Gruft mit steinernen und zinnernen Sarkophagen und Särgen von Mitgliedern der gräflich Watzdorfschen Familie, die im 17. Jahrhundert das Schloß Lichtenwalde besaß. Unter dem Orgelchor das bekannte Goldschiffchen. Die Sage erzählt, daß ein Ritter, vom Kreuzzuge heimkehrend, auf dem Meere in Lebensgefahr geriet. In der Todesnot gelobte er, der heiligen Maria in der Kirche zu Ebersdorf ein Schiffchen voll Gold zu stiften. Die Heilige half, und der Ritter Wolf von Lichtenwalde löste sein Gelübde ein. In der Kirche werden auch die Überbleibsel der Kleider der Prinzen Ernst und Albrecht, sowie des Köhlers aufbewahrt, die bei dem bekannten Prinzenraub 1455 eine Rolle spielten.

In einer empfehlenswerten Schrift »Die Stiftskirche zu Ebersdorf« von Lehrer Kretzschmar-Ebersdorf (Preis 40 Pfg.) erfährt man Weiteres über die interessante Stätte.

Die Besichtigung der Kirche ist fortwährend gestattet. Ein kleiner Betrag ist an den Kirchner zu entrichten.