11. Ins untere Zschopautal.
Das prächtige, zwischen Waldheim und Flöha liegende Stück Erde wird seiner vielen Reize wegen gern aufgesucht. Geologisch rechnet man es zum sächsischen Mittelgebirge, nur der Süden gehört der Erzgebirgsformation an. Der Geolog findet manche seltene Gesteinsart, wie z. B. die Blöcke von Cordieritgneis in und um Mittweida. Bis in die 90er Jahre wurde in Schönborn Silberbergbau getrieben. Auch der Botaniker und Naturfreund kommen auf ihre Rechnung. Ebenso fehlt die Romantik der Ritterburgen nicht. Wem mehrere Wandertage zur Verfügung stehen, versäume nicht, das ganze Zschopautal von Waldheim bis zur Quelle auf dem Fichtelberge zu begehen. In wirksamster Steigerung vom Lieblichen bis zum Erhabenen, ausgestattet mit Burgen und Schlössern, Wald und Felsen, reizenden Dörfern und blühenden Städten, tritt ihm herrliche Tallandschaft entgegen. Wir beschäftigen uns zunächst mit dem unteren Zschopautal. Der Anordnung unseres Buches wegen kommt das obere Zschopautal an einer späteren Stelle.
a) Oberlichtenau – Brettmühle – Lichtenwalde – Ortelsdorfer Brücke – Frankenberg – Lützelhöhe – Lützeltal – Fischerschenke – Bruhmsteig – Dreiwerden – Mittweida.
Wanderzeit: 5–6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Oberlichtenau, Linie Chemnitz–Döbeln.
Vom Bahnhof bis zu dem an der Chemnitzer Straße gelegenen Gasthof. Die Chemnitzer Straße bis zur Brettmühle. Von hier Fahrweg bis Lichtenwalde. (Wanderung 9.) Zur Schloßmühle hinab und zur Harraseiche. Nun den Fußweg weiter am rechten Ufer der Zschopau. Nach ½ Stunde zur Ortelsdorfer Brücke. Auf der Chaussee nach Frankenberg.
Stadt mit 13500 Einwohnern, 289 m hoch in einer von der Zschopau gebildeten fruchtbaren Aue gelegen, anmutige Umgebung. Frankenberg und Schloß Sachsenburg wurden im 9. und 10. Jahrhundert von eingewanderten Deutschen gegründet. Der bald betriebene Bergbau zog viele Kolonisten an. Nach Erlöschen des Bergbaues kam die Weberei auf. Noch heute bedeutende Fabriken in Seide, Wolle und Baumwolle. Die Steinersche Reformbettenfabrik ist weitberühmt. Außerdem gegen 50 Zigarrenfabriken. Hübscher Friedenspark.
Am Bahnhof der Tafel »Nach der Lützelhöhe« folgend. Promenadenweg rechts am Bahndamme hin, immer der Fernsprechleitung nach. Links das Seminar. Die Bahn nach ca. 5 Minuten überschreiten und dem Wegweiser »Lützeltal« nach links folgen. Nach wenigen Minuten im Lützeltal, ein Wald- und Wiesental mit parkähnlichen Anlagen, Ruhebänken, Aussichtspunkten usw. Nach Eintritt in den Wald Wegteilung: den Promenadenweg links hinab. Erneute Wegteilung: geradeaus. Nach 1 Minute wieder Wegteilung: geradeaus. Rechts kleiner Teich mit Springbrunnen. Denkmal König Alberts. Wegteilung: links hinab und Promenadenweg am Wasser hinauf. Zuletzt durch ein Tor, links Laube und Rundteil. Nun rechts die Stufen hinauf. Durch den Strohtempel. In 5 Minuten »Gasthaus Lützelhöhe«. Hübsche Aussicht. Nun zurück zum Strohtempel, 10 Stufen hinab, dann rechts. Wegteilung: links ins Tal hinab. Über eine Holzbrücke und hinauf zum Emilientempel. (Auch Alberthöhe genannt.) Hübsche Ausblicke. Durch den Tempel hindurch, den Fußweg zu einem kleinen Aussichtstempel. Von diesem auf unserem Weg zurück und in der alten Richtung auf dem Talweg hinab. Dem Wegweiser »Jägerlaube, Sachsenburg« rechts folgend. Unter der Bahn hinweg, dann links, an der Bahn hin bis zur Jägerlaube. Nun den Fußweg weiter abwärts bis zum Fahrweg. Diesen rechts nur ein paar Schritte, dann auf den Dittersbacher Kommunikationsweg, der unseren Weg aufnimmt. Eine kurze Minute auf ihm nach links, die Frankenberg-Hainicher Landstraße überschreiten und den schmalen Fahrweg bergauf. Durch Wald und an Felder, den Weg rechts weiter. Wegteilung: Geradeaus den schmalen Weg durch die Fichten. Auf einen Fahrweg. Diesen ca. 2 Minuten nach links und dann rechts den Birkenweg weiter. Der Wegweiser zeigt uns die Richtung »Fischerschenke«. Über einen Bach und auf Fahrweg. Diesen einige Schritte links, dann rechts über die Holzbrücke. Den Fahrweg kreuzen, über die Brücke eines Baches, dann links den Berg hinan. Unser Weg nimmt weiter oben die Richtung nach rechts. Nach Verlassen des Waldes kommen wir zum Schloß Sachsenburg.
Das alte Schloß war schon 1282 im Besitze der Familie von Schönberg. 1609 kaufte es Kurfürst Johann Georg I. Das gegenwärtige Gebäude stammt aus dem Jahre 1488. Es dient als Korrektionsanstalt für jugendliche Verbrecher und ist zu Besichtigungen nicht zugänglich.