Die Burg Kriebstein wurde 1400 von Dietrich von Beerwalde gebaut. 1415 setzte sich Staupitz von Reichenstein mit Gewalt in ihren Besitz. Nach der Sage habe nun der Markgraf von Meißen, Friedrich der Streitbare, die Burg belagert und ausgehungert. Bei der Übergabe der Burg wurde der Gattin des Staupitz gestattet, ihr Liebstes auf dem Rücken fortzutragen. Da trug die treue Frau ihren Mann aus dem Schlosse und rettete ihn so vor schimpflicher Strafe. Gegenwärtig hat die Familie von Arnim die Burg im Besitz.

Nach Waldheim sind nun zwei Wege möglich, über Kriebethal und über Rauschenthal.

1. Weg über Kriebethal.

Vom Schlosse ins Tal hinab, über die Brücke. Häuser des Dorfes Kriebethal. Von hier Bahn nach Waldheim. Personenbeförderung nur Sonntags. Neben der Haltestelle Gasthof Kriebethal, mit großem Garten. Nun die sonnige Talstraße nach Waldheim. Angenehmer ist die Wanderung am anderen Ufer. Man lasse sich nach Rauschenthal übersetzen und wandere weiter wie im zweiten Weg.

2. Weg über Rauschenthal.

Vom Eingang des Schlosses steil hinauf. Rechts das Rittergut. Weiter Gasthof Kriebstein mit Garten. Von einem nahen Rundteil ist ein herrlicher Blick auf Schloß und Tal zu genießen. Vom Gasthof zurück bis zum Wirtschaftsgebäude Nr. 4. Von dessen Ecke links den Fußweg in den Wald. Der Fernsprechleitung nach. Der Weg fällt mehr und mehr. Über einen Waldbach, dann bergan. Der Weg senkt sich wieder und kreuzt ein zweites Tal. Wieder bergauf. Über die Bahn nach Dorf Rauschenthal. An der Bahn hin. Über einen Bach, links Eisenbahnbrücke über das Heiligenborner Tal, rechts der Wachberg mit Turm. Weiter auf die Landstraße und diese abwärts nach Waldheim.

Gewerbfleißige Stadt mit ca. 12000 Einwohnern. Die Industrie besteht hauptsächlich in Zigarren- und Möbelfabrikation. Bekannt ist Waldheim durch das Zuchthaus, das im Schlosse untergebracht ist.

Das Schloß ist mutmaßlich um 1200 von den Meißner Markgrafen erbaut. Im 15. Jahrhundert blühten Tuchmacherei und Weberei. Im 30jährigen, nordischen, 7jährigen Kriege, während der Napoleonischen Feldzüge hatte die Stadt sehr zu leiden. Das Zuchthaus befindet sich seit 1716 im Schlosse, das seinem Zwecke entsprechend mannigfach vergrößert und umgebaut wurde.

Von Waldheim nach Chemnitz mit der Bahn, Linie Chemnitz–Riesa.