12. In die Striegistäler und nach Hainichen.

Die lieblichen Täler der großen, kleinen und vereinigten Striegis enthalten eine Menge des Schönen, daß der Naturfreund gern und freudig diese Gegend zu seinen Wanderzielen zählen wird. Außerdem ist die Umgebung von Hainichen geologisch höchst interessant: im alten Steinbruch hinter der Hospitalstraße schöne Calamiten, bei Mühlbach-Langenstriegis im Kieselschiefer Wavellit, zwischen Berthelsdorf-Mühlbach Quarzporphyr, Porphyrtuffe mit Pechstein, in den Lehmlagern von Hainichen und Falkenau verkieselte Baum- und Wurzelreste, Geschiebe mit deutlichen Gletscherschliffen, Sumpferzknollen, an der Kratzmühle bei Hainichen im Conglomerate schöne Garbenschiefer. Im Klatschbachtale bei Böhrigen-Greifendorf Serpentine mit Granaten hirsekorn- bis haselnußgroß (Serpentinfabrik der Neumühle verwendet Rohmaterial von Hohenstein-Ernstthal, nicht Böhrigen.)

Auch der Botaniker findet seine Rechnung in der eigenartigen Flora des Kalkbodens bei Kaltofen und Berbersdorf. Er findet außerdem Haselwurz bei der Lohmühle, Aronstab und gelbe Anemonen bei der Berbersdorfer Spinnerei, die für Lehmboden seltene Cypressenwolfsmilch am Wege von Schlegeler Mühle nach Kaltofen, vierblättrige Einbeere in den Kalkbrüchen u. a. m.

FrankenbergSachsenburgRossauer WaldCrumbachHainichen.

Wanderzeit: 4½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Frankenberg.

Hierher mit der Bahn. Vom Bahnhof zum Markt hinab, nun rechts die Straße nach Sachsenburg, am Schilfteich vorbei. Rechts das Schloß Sachsenburg.

Das Schloß war schon 1282 im Besitze der Familie von Schönberg, die es 1609 an den Landesherrscher verkaufte. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahre 1488. Gegenwärtig dient es als Korrektionsanstalt für männliche Personen.