Vom Bahnhofe durch die Bachstraße in Richtung der Klosterkirche, die Bergstiftsgasse überschreiten. Die Untere Langegasse kreuzend links auf die Bahnhofstraße. Diese nach rechts hinab. Weiter durch die Frauensteiner Straße, links die Schmiedestraße ab, den Münzbach überschreiten. Die Jakobikirche (Klosterkirche) bleibt rechts. Zwischen dem alten dohlenumflatterten Donatturm und dem Friedhof die Himmelfahrtsgasse nach rechts. Links die Scheunenstraße ab. Teilung: links, an den Scheunen vorbei, den Fußweg weiter, über drei Fahrwege weg. Richtung gibt die Höhe mit dem Haine an. Bei der Reichenzeche Kreuzung: geradeaus zu Herders Ruhe, einem Hügel, der auf der ehemaligen Grube »zu den heiligen drei Königen« als Grabmal für den Oberberghauptmann Siegmund August Wolfgang v. Herder, einem Sohne des großen Dichters, errichtet wurde. Die Gruft zieren die ehrenden Worte: »Hier ruht der Knappen treuester Freund«. Vom Hügel aus schöne Blicke auf Freiberg, die Halsbrücker Esse usw.

Nun den nordwärts auf die Halsbrücker Esse zuführenden Weg. Nach wenigen Minuten vor der Tuttendorfer Ortstafel die Straße nach links und nach einer Minute den Fahrweg nach rechts ab. Rechts der Kobschacht, sowie die Kirche von Tuttendorf. Jenseits der Mulde Conradsdorf. Bei der Wegkreuzung geradeaus auf die Esse zu, durch Halsbrücke. Über die Sekundärbahn Freiberg–Halsbrücke, über die Grabenbrücke und zur Mulde hinab. Über die Brücke und links den Fußweg an dem gemauerten Luftkanal aufwärts zur Halsbrücker Esse.

Höhe 140 m, die höchste Esse Europas. Grundfläche 12 m, Sockel 10 m Seitenlänge. Untere lichte Weite 5,15 m, obere 2,50 m. 1080000 Normalziegel wurden gebraucht. Die Baukosten betrugen 130000 Mark. Die obere Schwankung beträgt noch im heftigsten Schneesturm nur 12–13 cm. Die Esse dient dazu, die giftigen Gase, die sich in der Halsbrücker Hütte entwickeln, in die Höhe zu leiten und dadurch unschädlich zu machen. Vor der Erbauung der Esse wurde die ganze Gegend durch die ausströmenden Gase geschädigt, wie noch jetzt an der Pflanzenarmut und Öde der Umgebung der Hütte zu erkennen ist.

Wir wandern in östlicher Richtung weiter den Weg, der aus dem Muldentale heraufgekommen ist. Diesen ca. 3 Minuten nach links, einen Fahrweg schneiden, den Fußweg, der genau nordwärts führt. Er geleitet uns auf die Dorfstraße von Krummhermersdorf. Diese abwärts. Wir wandern bis zur Bobritzsch, gehen über die Brücke und links die Straße weiter bis zur Mühle. Hier links über den Graben und auf den Promenadenwegen an ihm hin, den blauweißen Marken nach. Der Graben lieferte früher das Trinkwasser zum Bau des Rothschönberger Stollens. Er führt durch vier Stollen. Auf der Strecke bis zum Austritt des ersten prächtige Riesenfichten, die Königsfichten genannt. Hinter dem zweiten Stollen rechts über den Steg und auf die Höhe über dem dritten Stollen. Herrliches Waldpanorama. Der Graben tritt in den vierten Stollen ein. Der Weg führt an einer senkrechten Felswand hin. Hernach ist der Graben überdeckt. Wir verlassen den Wald. Beim Reinsberger Schießhaus geradeaus auf Promenadenweg weiter bis auf die Straße. Wir sehen Schloß Bieberstein. Die Straße links führt uns nach Oberreinsberg. Hier ist die eigentliche Grabentour zu Ende.

Beim Erbgericht gehen wir rechts hinab. Nach 1 Minute links den Fußweg, Wegbezeichnung »Zollhaus« weiter und hinab zur Talstraße. Diese links bis zur Mühle. Hier rechts weiter (links sehen wir das Schloß Bieberstein), über die Bahn (Linie Potschappel–Wilsdruff–Nossen), an der Haltestelle Nieder-Reinsberg vorüber, die Talstraße weiter zum Zollhaus Bieberstein, Gasthaus mit prächtigem Garten, stark besucht von Nossen und Siebenlehn. Hier fließt die Bobritzsch in die Freiberger Mulde.

Aus dem Zollhaus tretend führt unser Weg links weiter über die Brücke und sogleich den Fußweg nach links, dem Flusse folgend, immer auf dem rechten Ufer. Nach 10 Minuten gelangen wir zur »Zottigen Fichte«, einem Riesenbaum. Prächtiger Waldweg. Wegteilung: scharf links hinab zur Mulde. Dann zur Steiermühle, Papierfabrik. Nicht über den Fluß zur Fabrik hinüber, sondern am rechten Ufer weiter. Bei der ersten Straßenbiegung links ab, bis zur Beiermühle (Pappenfabrik). Wir gehen den breiten Talweg weiter, an Huthaus Vereinigte Feldstollen vorüber, nach 5 Minuten an die Muldenbrücke. Von hier zwei Wege nach Nossen.

1. Weg: links über die Brücke und den Fahrweg weiter.

2. Weg: In der alten Richtung am rechten Ufer fort. Durch Wiesen. Vom zweiten Steinbruch ab mitunter unbequemer aber anregender Weg am Mühlgraben hin durch Busch. Beim Lehrerseminar links über den Mühlgraben, die Bahn überschreiten. Links über die Muldenbrücke. Von hier führt die erste rechts abbiegende Straße nach Altzella. Geradeaus geht es hinauf zum Markt von Nossen.

Stadt mit gegen 5000 Einwohnern, 256 m hoch an der Freiberger Mulde gelegen. Zahlreiche Fabriken für Leder, Papier, Pappe, Kartonagen, Maschinen usw. Knotenpunkt der Bahnlinien Leipzig–Döbeln–Dresden, Nossen–Freiberg–Moldau, Nossen–Riesa, Nossen–Wilsdruff–Potschappel. Das Schloß steht auf einem steilen Felsen. Der älteste Teil, die Dechantei, befindet sich auf dem nach der Mulde schauenden Felsen. Das Schloß enthält das Amtsgericht und Beamtenwohnungen.