Vom Markt aus hinaus zum Bahnhof. Dem Bahndamm nach, den Weg an der Mulde hin, unter der Bahn hindurch und den Fußweg an der Klostermauer hin. Dann durch ein Pförtchen hinein, oder um die Mauer weiter herum bis zum großen Eingangstor mit alten einfachen Säulenkapitälen des Klosters Altzella.

Klosterzella oder Altzella war ehemals ein Cistercienserkloster und wurde 1162 von Otto dem Reichen gegründet. Es war berühmt durch seine Klosterschule, die als erste Anstalt dieser Art in Sachsen gilt. 1545 wurde das Kloster aufgehoben. 1599 vernichtete ein Brand beinahe alle Gebäude. Es stehen nur noch das Refektorium, die Apotheke und das Schreiberhaus. Das Refektorium dient jetzt als Kuhstall und Getreideboden, besitzt aber noch Säulen, Gewölbe und Decke, die gut erhalten sind. In der 1787 von Friedrich August III. neuerbauten Begräbniskapelle, dem Mausoleum, ruhen die Gebeine der sächsischen Fürsten von Otto dem Reichen bis Friedrich dem Streitbaren. Das Mausoleum besitzt eine einzig dastehende Akustik. Das alte Portal ist romanisch und besteht aus 7 gewaltigen, hintereinander gewölbten Schwibbögen. Hier eine akustische Merkwürdigkeit: Worte, die an dem Ende eines Bogens im Flüstertone gesprochen werden, sind für eine am anderen Ende des Bogens stehende Person deutlich vernehmbar, besonders beim zweiten Bogen gelingt der Versuch.

Zum Tore hinaus, die Dorfstraße rechts hinab und an den letzten Häusern den Fahrweg links. Er windet sich rechts über die Wiese. Weiter geht es aufwärts in den Wald. Gleich hinter dem Steinbruch, wo links der Wald aufhört, rechts den Fußweg hinab. Im Walde an der Bahn hin, am Bahnwärterhaus vorüber. Dann links und dicht an der Mulde weiter. Nun hoch am Felsen durch dichtes Buschwerk weiter, tief unter uns braust der Fluß. Nach ¼ Stunde über die Wiese auf die Dachpappenfabrik »Burgmühle« zu und auf der überdeckten Muldenbrücke den Fluß überschreiten. Am anderen Ufer den Fahrweg nach links. In ca. 20 Minuten zur Restauration »Zur Schelze« mit großem, schönen Garten. Den alten Weg weiter am Talbad vorüber bis auf den Markt von Roßwein.

Betriebsame Industriestadt, 206 m hoch an der Freiberger Mulde gelegen mit gegen 10000 Einwohnern. Sehenswert sind der Marktplatz mit dem Rathaus und dem Abthaus daneben, in welchem die Äbte des Klosters Altzella residierten. Große Freitreppe und interessantes Renaissance-Portal. In Roßwein befindet sich eine Schlosserschule.

Vom Markt die Döbelner Straße hinaus, links durch die Dresdner Straße, über die Muldenbrücke, durch einen Bahndurchgang zum Bahnhof.

Linie Chemnitz–Frankenberg–Hainichen–Roßwein.


15. In den Tharandter Wald.

Wer die Strecke zwischen Dresden und Chemnitz mit der Eisenbahn durchfährt, wird die liebliche Umgebung des freundlichen Tharandt nicht ohne den Wunsch betrachten, in dieser Gegend einmal wandern zu können. In der Tat wird ein Durchstreifen des Tharandter Waldes viel Freude und Genuß bringen. Bei einer gelegentlichen Fahrt nach Dresden kann man bequem in Tharandt, Edle Krone oder Klingenberg einen Zug aussetzen.