Vom Vogeltoffelfelsen den rot-weißen Marken nach, durch den Bauernhof Hüttstadt, in dem neuerdings eine sehr besuchenswerte Jugendherberge eingerichtet worden ist, hinab ins Tal, links weiter in 10 Minuten zur Ringmauer; eine gewaltige Felswand, die mit Schwefelalgen überzogen ist und mit ihrer rötlichen Farbe in wirksamen Gegensatz zu dem dunklen Grün der Fichten tritt. Gegenüber liegt der Rabenberg, auf dessen Gipfel ein sagenhaftes Raubschloß gestanden haben soll. Wir wandern über die Brücke und stehen am Fuße des steilen Katzensteins. Wir gehen nun zunächst den Talweg noch ¼ Stunde weiter. Die Talwände verengern sich, mächtige Felsblöcke und schroffe Steinwände ragen empor. Rechts die gigantische Teufelsmauer, links der gewaltige Nonnenfelsen. Von einer Ruhebank, oberhalb des Weges, kann man die großartige Szenerie am eindrucksvollsten genießen.
Wir gehen nun ca. 3 Minuten zurück. Der erste Weg links hinauf ist mit Wegweiser versehen. Ihm folgen wir zur Höhe des Katzensteins.
706 m hoch. Auf dem Bergplateau befinden sich eine Verkaufsbude für alkoholfreie Getränke, Schutzhütten und Bänke. Einzigschöner Blick ins Tal der rauschenden Pockau, dem Rabenberg mit dem dahinter sich ausdehnenden Kriegwald. Eine tischähnliche Platte diente früher zuweilen fürstlichen Besuchern als Frühstückstisch.
Unser Weiterweg ist blau-gelb bezeichnet. Er führt zwischen die beiden Schutzhütten hindurch nach links auf einen Fahrweg und zum Grünen Graben, einem 14 km langen Kanal, der früher den Marienberger Bergwerken die Triebkraft lieferte. Am Graben nach rechts hin, dann ihn überschreiten und aus den Wald hinaus. Durch Felder nach Pobershau.
Ausgedehntes tief im Tal der Roten Pockau gelegenes Gebirgsdorf, in dem Schachteln und Bürstenhölzer gefertigt werden. Ehemals Zinnbergbau.
Hinter dem 1. Grundstück Wegteilung. Wir gehen geradeaus und den 1. Feldweg zur Dorfstraße hinunter. Diese kreuzen wir und gehen den »Stangenweg« aufwärts. Links das Gasthaus zur Linde. Auf der Höhe ein Stück durch Wald. Wir gelangen zu einzelnen Häusern des sehr zerstreut liegenden Dorfes Gebirge. Der Weg fällt. Wir sehen den Marienberger Kirchturm. Am Exerzierplatz der Unteroffizierschule vorüber und nach Marienberg.
Regelmäßige, nach dem Muster der ostdeutschen Kolonialstädte angelegte Stadt mit 7600 Einwohnern. Industrie: Holz- und Blechspielwaren, Metallknöpfe, Mosaikplatten, Holzstoff- und Pappenfabrikation.
Die Stadt wurde 1521 von Heinrich dem Frommen gegründet, sein Denkmal findet man auf dem Markte. Marienberg ist Sitz einer Unteroffizierschule. Früher reiche Bergerträgnisse. Im grauen Marienberger Gneis fanden sich Silber, Zinn, Kobalt und Nickel. Der 30jährige Krieg vernichtete den Bergbau, der nie wieder in Blüte kam. Im Rathaus wird das interessante Manuskript von Adam Rieses sogen. »Coß«-Algebra vom Jahre 1524 aufbewahrt. Die schöne Stadtkirche besitzt ein künstlerisch beachtenswertes Portal.
Marienberg ist Station der Linie Chemnitz–Reitzenhain.