Lehre sie ihr Haus angenehm machen, daß jeder es gern betrete.
Lehre sie, daß des Weibes Mission hoch und heilig ist. — Meine Stimme wird schwach, — und nun versprich mir, Deinen Töchtern einst meine Geschichte zu erzählen; und nun laß' — sieh', wie die Sonne schon sinkt, — laß' uns beten. —
Ich sank neben ihrem Bette auf die Kniee und wir beteten; ich hörte ihr Amen und dann einen leichten Seufzer; ich sah auf zu ihr, ihr Auge wargeschlossen, sie schlief. —
Wochen waren vergangen, — da legte ich Blumen auf ihr Grab. Ohnmächtig hatte man mich von ihrem Bette nach meinem Hause getragen; ich verfiel in eine schwere Krankheit. Im Fieber sprach ich allein von ihr, meiner teuern,seligen Schwester. Ich habe mich bemüht, ihre letzten Worte zu erfüllen. — Nun habe ich Euch auch ihre Lebens-Geschichte erzählt; und ob es mir wohl geglückt ist, Euch, liebe Kinder, eine Mutter zu werden, wie sie es gewollt?
Martha: O Mama, teuerste, liebste Mama!
Gretchen: Wie kannst Du nur so fragen, Mama?
Frau Meister: Mein Gatte, meine Freunde können die Antwort geben.
Bella: Verzeihung, Frau Meister. Aber was ist aus dem jungen deutschen Herrn geworden?
Frau Meister: Das kann ich in wenigen Worten sagen.
Eines Morgens kam sein Freund zu mir. Er war bleich undwar kaum im Stande, zu sprechen. — Sehen Sie hier, mein Fräulein. Lesen Sie, sagte er mit bebender Stimme; und ich las: