Louis: Wo haben Sie meinen Bruder denn gesehen, Fräulein Bella?

Bella: Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber meine Freundin, Frau Dr. Stellen aus Cöln, hat mir von ihm geschrieben. Auch Anna hat geschrieben.

Louis: Wirklich? Hat Anna geschrieben? Auch an mich?

Bella: An Sie? Das können Sie doch wohl nicht gut erwarten, Sie böser Mensch! In dieser langen Zeit haben Sie uns ganz vergessen. O, ich weiß alles. Ihre Pferde haben Sie dressiert, sie tanzen gelehrt und recht graziös zu gehen im spanischen Schritt; oder Sie waren in Ihrem Boote auf dem Wasser. Aber haben Sie auch nur einmal an Ihre alten Freunde gedacht?

Louis: Ich weiß es wohl: Otto hat Ihnen geschrieben, was ich getan habe; — was ich gedacht habe, konnte er Ihnen natürlich nicht schreiben. Aber glauben Sie nur: Ich habe oft an Sie gedacht und habe oft den Augenblick herbeigewünscht, wann ich Sie wiedersehen sollte.

Bella: An mich gedacht, aber nicht an mich geschrieben.

Otto: Fräulein Bella, Sie sind zu hart gegen meinen Bruder.

Martha Meister: Ja, Bella, Du bist rechtgrausam. Sieh' einmal, wie traurig Louis ist!

Bella: Soll ich ihm vergeben, dem leichten Herrn Louis? Was sagen Sie, Herr Meister? — Ja? — Nun, ich reiche Ihnen meine Hand undverzeihe Ihnen dieses Mal.

Louis: Sie sind so gut.