Doch diese schwiegen, denn wer konnte mit Siegfried kämpfen? Da sprach Hagen: Meine Königin, warum weinet ihr?
O Hagen, rief die Königin, ich binbeschimpft! Siegfried hat mich beschimpft!
So soll er sterben; und können wir ihn nicht töten mit Kraft, so tun wir es mitList!
Nein, sprach da jung Gieselher, das darf nimmermehr geschehen.
Nein, sprach auch Gunther, sein Blut darf nicht fließen, so vieles habe ich Siegfried zu danken.
Zuletzt aber willigte er ein in Hagens teuflischen Plan.
Zwei und dreißig Boten ritten ein in Worms und brachten eine neue Kriegs-Erklärung von den Sachsen-Königen Lüdeger und Lüdegast. Doch dieses alles war nurSchein und die Boten waren nicht Sachsen, sondern es waren Burgunder, gekleidet wie Sachsen, und man wollte Siegfried töten auf dem Kriegs-Zuge.
Als Siegfried auch von dem Kriege gehört hatte, bot er Gunther seine Hülfe an und ging und rüstete seine Nibelungen.
Hagen aber ging zu Krimhilde, um Abschied von ihr zu nehmen, wie er sagte; in Wahrheit aber wollte er von ihr ein Geheimnis erfahren.
Hagen, sprach Krimhilde, euch vertraue ich meine Sorge. Ihr seid ein alter Freund, ich weiß es. O,vergeltet es nicht an mir und hasset mich nicht für das, was ich eurer Königin getan.