Martha Meister: Dasselbe. Beethoven faßte durch dieses Gedicht die Idee zu seiner großen, wunderbaren Symphonie, der neunten.

Gretchen: Und endete sie mit den Worten des Dichters.

Martha Meister: So ist es, Schwester.

Bella: Und was war Schillers nächstes Drama?

Martha Meister: »Don Carlos«.

Gretchen: Verzeihe, Schwester, wenn ich nochmals unterbreche. Es dürfte für Bella von Interesse sein zu hören, daß die Musen den edlen Körner reichlich belohnten für das, was er an ihrem Liebling, Schiller, getan hatte.

Bella: Wie meinst Du das, Gretchen?

Gretchen: Körners Sohn, Theodor Körner, ist besonders von den Musen geliebt worden. Theodor Körner ist ein deutscher Dichter von Gottes Gnaden. Er war wie sein und seines Vaters Freund ein Dichter der Freiheit. Das deutsche Volk ehrt ihn hoch und gedenkt seiner mit besonderer Liebe. Mit der Leier sang und mit dem Schwerte kämpfte Theodor Körner für seinVaterland; und da er einst in einer Schlacht schwer verwundet wurde und im Walde lag undvermeinte, er müsse hilflos sterben, da schrieb er mit der letzten Kraft die folgenden Verse:

Abschied vom Leben.

(Als ich schwer verwundet und hilflos in einem Holze lag und zu sterben meinte. Nachts 17.-18. Juni 1813.)