Die Wunde brennt — die bleichen Lippen beben.
Ich fühl's an meines Herzensmatterm Schlage:
Hier steh' ichan den Marken meiner Tage —
Gott, wie du willst, dir hab' ich mich ergeben.
Viel gold'ne Bilder sah ich um mich schweben;
Das schöne Traum-Bild wird zur Toten-Klage.
Mut! Mut! — Was ich treu im Herzen trage,
Das muß ja doch dort ewig mit mir leben!
Und was ich hier als Heiligtum erkannte,
Wofür ich rasch und jugendlichentbrannte, —
Ob ich's nun Freiheit, ob ich's Liebe nannte:
Alslichten Seraph seh' ich's vor mir stehen;
Und wie die Sinne langsam mir vergehen,
Trägt mich einHauch zu morgenroten Höhen. —
Aber seine Todes-Stunde war noch nicht gekommen; Leute hatten ihn gefunden und erhielten ihn am Leben.
Martha Meister: Laß uns einmal sein »Gebet während der Schlacht« singen, Gretchen, das ist groß.
Vater, ich rufe dich:
Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze,
Sprühend umzucken mich rasselnde Blitze.
Lenker der Schlachten, ich rufe dich!
Vater du, führe mich!
Vater du, führe mich!
Führ' mich zum Siege, führ' mich zum Tode;
Herr, ich erkenne deine Gebote.
Herr, wie du willst, so führe mich,
Gott, ich erkenne dich!
Gott, ich erkenne dich!
So im herbstlichen Rauschen der Blätter
Als im Schlachten-Donnerwetter,
Urquell der Gnade, erkenn' ich dich.
Vater du, segne mich!
Vater du, segne mich!
In deine Hand befehl' ich mein Leben,
Du kannst es nehmen, du hast es gegeben;
Zum Leben, zum Sterben segne mich.
Vater, ich preise dich!
Vater, ich preise dich!
Es ist ja kein Kampf um die Güter der Erde, —
Das Heiligste schützen wir mit dem Schwerte.
D'rum fallend und siegend preis' ich dich!
Gott, dir ergeb' ich mich!
Gott, dir ergeb' ich mich!
Wenn mich die Donner des Todes begrüßen,
Wenn meine Adern geöffnet fließen,
Dir, mein Gott, dir ergeb' ich mich!
Vater, ich rufe dich!
Gretchen: So, Schwester, nun werde ich Dich nicht mehr stören.