Luise ist die junge Gemahlin Rudolfs; gestern hatten sie Hochzeit gehalten und waren dann am Nachmittage abgereist und am Abend im Hotel angekommen. Am folgenden Morgen dann trafen, wie vorher brieflich bestimmt war, sich die befreundeten Paare. Luise und Ottilie treffen zuerst und allein zusammen, und später so auch die Herren.

Die erste Scene beginnt also mit der freudigenBegegnung zwischen Luise und Ottilie. — Willst Du zu lesen beginnen, Louis?

Louis: Sehr wohl, ich beginne:

Erste Scene.

Luise — Ottilie.

Luise: Ach — Ottilie!

Ottilie: Aber, Luise!

Luise: Ottilie, — ich bin unglücklich!

Ottilie: Wie du mich erschrickst — du unglücklich? beste, liebste, Luise, — unglücklich am Tage nach der Hochzeit — nein, nein es kann, es darf nicht sein; — aber so weine doch nicht in einem fort. Was ist dir denn, so sprich, so sprich doch nur, ich bitte dich, liebe Luise!

Luise: Es begann nach meinerTrauung. Alles war so schön gegangen und da ich vom Altare trete, um an Rudolfs Arm zurückzukehren und die Menschen erblicke, welche da Kopf an Kopf in der Kirche stehen, da kommt eine — eineVerwirrung über mich und — o — Ottilie — ich — verlor meinen Trauring.