Nun aber zum dritten, nun nimm dich zusammen:
Sonst muß ich dich dennoch zum Esel verdammen.
Was denk' ich, das falsch ist? Das bringe heraus!
Nur bleib' mir mit Wenn und mit Aber zu Haus!« —

»Ihr denket, ich sei der Herr Abt von St. Gallen.« —
»Ganz recht! Und das kann von der Wahrheit nicht fallen.« —
»Sein Diener, Herr Kaiser! Euch trüget euer Sinn:
Denn wißt, daß ich Bendix, sein Schäfer, nur bin!« —

»Was Henker! Du bist nicht der Abt von St. Gallen?«
Rief hurtig, als wär er vom Himmel gefallen,
Der Kaiser mit frohem Erstaunen darein;
»Wohlan denn, so sollst du von nun an es sein!

Ich will dich belehnen mit Ring und mit Stabe.
Dein Vorfahr besteige den Esel und trabe!
Und lerne fortan erst quid Juris verstehn!
Denn wenn man will ernten, so muß man auch sä'n.« —

»Mit Gunsten, Herr Kaiser! Das laßt nur hübsch bleiben!
Ich kann ja nicht lesen, noch rechnen und schreiben;
Auch weiß ich kein sterbendes Wörtchen Latein.
Was Hänschen versäumt, holt Hans nicht mehr ein.« —

»Ach, guter Hans Bendix, das ist ja recht schade!
Erbitte demnach dir ein' andere Gnade!
Sehr hat mich ergetzet dein lustiger Schwank;
Drum soll dich auch wieder ergetzen mein Dank.« —

»Herr Kaiser, groß hab' ich so eben nichts nötig;
Doch seid ihr im Ernst mir zu Gnaden erbötig,
So will ich mir bitten, zum ehrlichen Lohn,
Für meinen hochwürdigen Herren Pardon.« —

»Ha bravo! Du trägst, wie ich merke, Geselle,
Das Herz, wie den Kopf, auf der richtigen Stelle.
Drum sei der Pardon ihm in Gnaden gewährt,
Und obenein dir ein Panis-Brief beschert:«

»Wir lassen dem Abt von St. Gallen entbieten:
Hans Bendix soll ihm nicht die Schafe mehr hüten.
Der Abt soll sein pflegen, nach unserm Gebot,
Umsonst, bis an seinen sanftseligen Tod.« —

Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlings-Lied,
Kling' hinaus in's Weite.