Ah, rief Bismarck,ich erinnere mich dessen sehr wohl und bin Ihnen, Madame,zu großem Danke verpflichtet. Mein Leben war immer so voll Arbeit, daß ich nur einmal das Museum in Berlin sehen konnte, und das war mit Ihnen zu jener Zeit. — Aber nun erlauben Sie mir, Sie einzuführen in meine Familie. —

Glückliche Stunden folgten darauf.

Martha Meister: Was mir an Bismarck so wohl gefällt, das ist ein Dreifaches: Seine warme Liebe zur Familie, zur Religion und zur Natur.

Dr. Albert: Da haben Sie auch ganz Recht, mein Fräulein. — Ah, ich sehe, Louis ist noch nicht zufrieden.

Bismarck war Offizier geworden und mit seinen Kameraden stand er einst vor einem Wasser. Da hörten sie: Hilfe! Hilfe! aus dem Wasser. — Zuerst von allen sprang Bismarck in die Tiefe, tauchte unter und rettete mit Not das Leben seines Dieners.

Dafür gab ihm der König eine Rettungs-Medaille, und das war Bismarcks erster Orden.

Und einst war Bismarck in Wien auf einem Diner der Diplomaten. — Ah, wie da alles glitzerte und glänzte von Orden und Sternen in Gold und Silber — und Bismarck hatte nichts, als jene Rettungs-Medaille.

Bismarck vis-à-vis saß eingewaltiger Politiker Österreichs, dessen Brust nicht breit genug war für alle Orden, die er hatte.

Ei, Herr von Bismarck, was für einen Orden haben Sie denn da? fragte er sarkastisch.

Das ist eine Rettungs-Medaille, sagte Bismarck gleichgültig; — es ist meineGewohnheit, zuweilen einem Menschen das Leben zu retten.