Die Dame war glücklich über ihren galanten und aufmerksamen Vetter.
Am vierten Morgen begleitete er sie zurück zumPostwagen. Und die Dame saß schon, da sagte der junge Mann:
Cousine, ich kann Sie nicht abreisen lassen,ohne Ihnen ein Geständnis zu machen.
Die junge Dameerrötete undschlug die Augen nieder.
Ich muß Ihnen sagen, sprach der junge Mann weiter, daß ich — nicht ihr Cousin bin. Ihr Cousin ist mein Freund. Er hatte keine Zeit mit Ihnen zu gehen, weil er ein Examen zu machen hat; darum bat er mich, es zu tun.
Aber, mein Gott, wer sind Sie denn? rief die Dame.
Der junge Mann gab ihr seine Karte. Der Postillon bließ seine Trompete, derPostwagen rollte fort, und die junge Dame las auf der Karte — Otto von Bismarck.
Seitdem waren Jahreverflossen. — Aus dem jungen Bismarck wurde der alte, weltberühmte Bismarck, der in derWilhelmsstraße in Berlin wohnt.
Da hielt eines Tages eine Equipage vor Bismarcks Palast, und eine alte, elegante Dame stieg aus, sandte ihre Karte zu dem mächtigen Kanzler des deutschen Reiches und bald stand sie vor ihm und sprach:
Als Eure Excellenz mich zuletzt sahen, war ich noch jung. Eure Excellenz sind seitdem groß undberühmt geworden und haben mich sicherlich vergessen. Ich hatte einst die Ehre, an ihrem Arme Berlin zubesichtigen.