Der Fleischer sagte ich tete besser in der Schule zu gehn un so ging ich. Elsbett hadte mir gesagt, ich soll keine Jungen mehr mit nachaus bringen, also brachte ich die kleine Flora Adams. Es wahr sehr windig un wir gingen hinaus in den Hof, meinen neu'n Drachn schteign zu lassn. Der Dokter hatte mir ihm gemacht; er is sehr groß un hat eine sehr schtarke Schnur, weil er zerrt, wi ein Roß, wenn er schteigt un ein schtarker Wind is. Er ging prachfoll in der Hehe. Ich hadte greßliche Angs, das ich ihm nich allein erhaltn kann un sagte zu Flora, sie solle mir helfn. Ich band ihr die Schnur um der Taillje un sagte ihr sie soll sich fest an den Holzschupfntor anschtemmen. Di Katz rannte um der Eke un ich sagte: »um Gotteswilln, halt ein bischen allein, ich will di Katz ibern Zaun haltn, damit Hansis Hund zohnig wird.« Auf eimal, wi der Schwanz fon der Katz schon so lang wahr, wi mein Arm un der Hund dribn greßlich heilte, herte ich einen entsetzlichn Schrei un wi ich mich umschaute, sah ich Flora wi der Blitz in der Hehe gehn, wi wenn sie ein Fogl wär. Ich wollte ihre Schue pakn aber ich wahr nich geschwind genug. Der greßlicher Drachn war ihr zu schtark geworn. Ich glaube, sie hat sich nich fest genug angeschtemmt. Ich war sehr erschtaunt, wi leicht er sie hinaufzog. Befor ich »Ene, bene Tintnfaß« sagn konnte, wahr sie schon iber den dreischtekign Haus fon Herrn Schattek. Sie schaute greßlich schpaßig aus. Ich glaube, die Leite wundertn sich, wiso sie flog, weil man die Schnur gar nich sehn konnte.

Das alte Fräuln Pendler erzehlte Elsbett schpeter sie hadte ganz fest geglaubt, der jingster Tag is gekommen. Die ganze Schtadt sagt, das Kind is auf wunderbahrer Weise fon einen greßlichn Tod geredtet worn. Grad wi sie iber den Haus fon Schattek wahr, riß die Schnur un sie fil auf dem Dach, das zufellig ein flaches mit einen Gelender runderum wahr, so das sie leicht heraufschteign un sie holn konnten.

Sie wahr nich ein bischen ferletzt, aber mein prachfoller Drachn wahr weg. Ich glaube ihre Leite missn mir einen andern gebn, denn wenn sie sich festgehaltn hedt, wi ich ihr gesagt hab hedte sie mir ihm nich ferlorn. Betti hat das Loch in der Deke bemerkt, aber ich hab ihr gesagt di Rattn missn es durchgefressn habn. Es wahr zu fad nachdem Flora nachaus gegangen war, ohne Drachn un so ging ich ein bischen schpazirn. Es wahr warm un angenehm, ein bischen windig — grad so ein Wetter wo einen Jungen gleich einfellt, er kennte fischn gehn. Ich kauffte mir ein paar Angl un eine Schnur bei Peters un ging langsam weiter bis ich zu den Mihldamm kam, wo ich im letztn Frihjar beina ertrunkn wer.

Es wahr schon Zeit zum Nachmahl aber ich wußte Betti wird mirs schon aufhebn un so machte ich mir nichs draus. Ich grub mir ein par Regnwirmer aus, un angelte zuers eine Menge Unkrautt, dann erwischte ich beina 2 Weißfischl — nur kamen sie mir wider aus — aber wies finster wurde fing ich einem wirklichn lebendign Ahl — einen großn dikn Kerl, beina so dik wi ein Krokerdill — un ich nahm ihm mit nachaus zum Frihschtik aber zuers machte ich noch einen Schpaß damit. Ich trug ihm in Sallohn, wi niman drin wahr un rollte ihm am Peano zusamm, wi eine große schwarze Schlange un ging dann Nachmahl essn. Betti zindete die Lampn an un meine Schwester kahm herunter, aufgeputzt, wi wenn sie Gesellschaff erwartet, setzte sich zum Peano un fing zu singen an:

»Tralalara, di ganze Welt is wunderschehn,
Tralalara, die Welt is wunder—

Oh! Oh! — I! i! i! i! i! i! Oh! Oh! Iiiiii! —« noch nich dagewesn! Eine Lokermotiwfeiffe mechte sich Schemen so zu kreischn wi sie tat. Ich selber lif henein, um zu sehn was los is. Auch di Kechinn un Betti kamen gelaufn. Elsbett lif auf uns zu grad so wi eine Katz in Angs auf der Mitte fon der Schtraße.

»Es is etwas auf dem Peano, glaube ich,« sagte ich zur Kechin un sie ging hin aber sehr lanksam un gukte. Ich wahr filleich iber 2 Schtunden so taub wi ein Schtok, wi dise dummen zwei Fraunzimmer krischn.