Papa un Mamma sin schon 4 Tage weg aber Elsbett hat ihnen tellergrafihrt, sie solln heit Abens zurikkommen. Sie sagt noch 24 Schtunden mit ihren bösn Bruder wärn ihr Tod. Ich weiß nich gewiß, ob ich mein Poni doch bekomm, nach all die Anstrengungen eimal gut zu sein. Es scheint sie habn irgend ein Forurteil gegn mir.

[Er geht zur Hochzeit]

Ich bin kein schlechter Bub mehr. Oh nein, ich bin jetz ein elender godtloser Junge! Weil ich reglmeßig in der Sonntaxschule un in der Kirche geh, un weil ich genau dasselbe thu, was der Predger thut, deswegn bin ich ein godtloser, ruchloser Junge. Oh Godt! wozu mich noch anschtrengen! Ich bin es mid, fortwerend umsons gut sein zu wolln. Wenn die ganze Schtadt withig is auf einem armen unschulgen kleinem Jungen, der noch nich eimal nein Jahr alt is, wenn der Herr Dekahn un der Inschpekter un der Predger sich iber ihm ergern, was soll er da anfangen? Ich hab mirs iberlegt — ich will noch eimal weglaufn. Ich will dismal noch weiter gehn — als zu Tante Betsey. Die Schtadt wird ruig sein, wenn ich weg bin. Sie wern nimand mehr zu ferleimdn habn — hechstns den, der zum Presedentn gewehlt is. Mir scheint, sie sin grad so schlecht, wi ich.

Gestern wahr Sonntag nachmidtag; es war ein schener heller Tag, die Grasmickn sangen — auch die Fresche. Ich fragte Mamma, ob ich ins Weldchen gehn darf mir ein paar Hollundergertn zu Feifferl abzuschneidn. Sie sagte ja, wenn ich braf un ruig bin, weil es Sonntag is.

Es wahr sehr angenehm in Wald, un es warn auch ein paar kleine Medchen da, die Blumen suchtn. Der Bach wahr tifer wi gewehnlich, weils so fihl geregnt hadte, deswegn fragte ich Minni Braun un Luzi Willer ob sie nich gern sehr sehr gute Kinder un rech fromm sein mechtn. Sie sagtn ja. Also sagte ich, ich werde sie ganz so gut wi der Predger taufn. Es is Sonntag, also grad die rechte Zeit — wollt ihr eich taufn lassn?

Anne Sprigs lachte, aber ich sagte, das is schlecht fon ihr — sie muß sehr erns sein — sie un Lise kennen am Ufer schtehn un singen, wi sichs gehert. Ich sagte zu Minni un Luzi sie solln sich nich firchtn, wenn das Wasser kalt is. Sie sagtn »oh nein!« Un dann sagtn wir alle das Gebet sehr erns.

Es tat mir leid, das Minni ihre beste blaue Scherpe umhadte un Knepflschue — das Wasser runihrt die Sachn so — aber sie wahr so taffer wi ein kleiner Lewe — sie schrie nich ein bischen un schtreibte sich auch nich sonder schaute so siß drein wi ein Engl, wi ich sie henaus liß. Aber oh je! wi fing sie zun zidtern an un es wahr kein Schahl da, das man sie hedte einwikln kennen — ich eilte mich deshalb noch Luzi schnell zu taufn.