Er sagte, das er selber glaube: »Klugheit is der beßre Teil der Tapfferkeit«; aber ich wer doch ein paar Schteiner in der Tasche schtekn, das ich immer forbereitet bin. Ich weiß nich wie so ein kleiner Kerl wi ich sich seines Lebns freun soll, bei der Pestole fon Henschens Mutter un Herrn Willers Hunspeitsche!

Es is eine Schmach un Schande wi ich fon hoch un nider behandlt wer. Wenn ich wißte ob Seeleite oder Trapper das beste Lebn habn, so kennt ich meine Forbereitungen machn — so muß ich bis nach der Hochzeit wartn um durchzugehn, das is bis ibermorgn.

Ich hoffe, mein Hals wird gut sein bis dorthin, damit ich bei den Gastmahl dabei sein kann. Es were eine Schande fir einen Jungen mit meinen Appetitt einen wehn Hals zu habn, wenn seine Schwester heiratet. Ich wollt ich kennt jemandn meinen Hals ferkaufn. Kranksein is schreklich fad. Mamma sagt, was ich fon den armen Hansi denke, der seks Wochn im Bedt lign muß? Ich sagte ich bin froh, das ich nich er bin. Ich bin nich so dumm auf einem Baum zu kledtern um einen Drachn zu holn. Ich weiß nich, was ich anfangen soll, damit die Zeit fergeht. Ich bin ganz gesund, nur schtekt etwas in meiner Schlukrehre; aber Betti will mich nich anzihn lassn, sie hat meine Kleider aus'n Zimmer genommen — wenn ich ein guter brafer Junge bin, darf ich morgn aufschtehn. Ich muß schaun, das ich bis zur Hochzeit gesund bin.

Betti erzehlte mir, mit den dummen Tellergrafnbeamtn, der nich gescheit genug wahr, Elsbett glaubn zu machn, das er die Blumen beschtellt hat, is wider alles gut un er is ferlobt mit Elsbett. Betti hat so fiel zu thun, das sie herumfligt, wi eine Henne mit einen abgeschnittenen Kopff — selbs Mamma wahr heut blos eimal bei mir, so eine Hochzeit gibt schreklich fiel Erger.

Oh wi fiel Schpaß geht mir ferlorn, hir eingeschperrt un die andern so beschefftig wi di Bihnen. Ich herte heut frih den Dokter un Susann im Forhaus lachn, nachdem er bei mir wahr meinen Hals ansehn. Er sagte: »Sein Hals is kaum ein bischen schlecht, aber ich will ihm glaubn machn, das er gefehrlich krank is, bis wir sicher verheiratet sin mein Kind. Der bester Platz fir einen Jungen wi er is das Bedt« un meine Schwester lachte un sagte: »Es is eigentlich ein schlechter Schpaß fir dem armen Schorschi,« aber er sagte: »Er ferdint es, weiß Godt was passihrt, wenn der Bub dazwischn kommt.«

Ich hab gebritet iber dem, was ich gehert hab. Es is ein schmachfolles Konplott mich aus den Weg zu bringen. Ich glaubte er is mein Freund! Un Susi is mit in den Konplott! Ich glaube kein Junge is noch je so schlecht behandlt worn.

Er hat mir Brechwurtz gegebn, das ich mich krank fihln soll! Ich soll in Bedt lign un Brechwurtz bekommen schtatt Kuchn un Krehm un Salaht un Hendl un schtatt guter Unterhaltung auf der Hochtzeit. Ich dachte der Dokter is ein anschtendiger Mensch aber mir scheint er is ein greßlicher Heichler.

Macht nichs, es gehern 2 dazu.