Sie kamen wirklich. Ich lif henaus, wis leitete. Sie fragtn ob jeman zuhaus is. Ich sagte: »Nein, der Onkl is krank, Mamma is bei ihm, weil er sein Testerment macht un Elsbett hat mir geschafft zu sagn, sie is nich zuhaus, weil sie mit ihrn Ferehrer, den Tellergrafnbeamtn in Forderzimmer zu tun hat. Er unterrichtet sie in tellerfonihrn.«
Das fordere junge Medchen kicherte grad heraus un heut nachmitag riß mich Elsbett beim Haar, wi nur was. Sie sagte, die ganze Schtadt weis schon fon ihr un dem Tellerfohn, das sie sich schemt, den Kopf for der Thire zu schtekn. Is es nich schwer fir einen kleinen Jungen, zu wissn, wi ers den Leutn recht machn soll?
[Ein fatales Experiment]
Mein Bruder Montagu is gegangen un hat das komischte Ding fon der Welt gemacht — ein Babi gekaufft! Er hat 20 Doller dafir gegebn, halb genug um mir ein Poni zu kaufn, der Narr un noch dazu bloß ein Medchen. Er sagt, wenn er einen Jungen gekauft hedte, kennte er eimal so schlecht wern, wi der kleine Schorschi un das is wahr — ein böser Junge in der Familie is genug, um sie beschefftigt zu haltn. Aber die letzte Zeit bin ich ein brafes Kind gewesn. Ich bin nur eimal zu schpet in der Schule gekommen seit Montag, heit is Mitwoch un das is doch gewiß schön. Ich hab nur eimal in diser Woche dem Lehrer eine Krete unter der Lade gelegt; sie hipfte herfor un er sprang in der Hehe, wi wenn er selber eine Krete wär. Ich hab nur 2 mal Klettn in Kathis Haar geschtekt — sie mußte ein bischen abschneiden damit sie sie herunterkrigt. Sie soll nich so eitl sein auf ihr Haar — kleine Medchen werdn sehr leicht eitl, hab ich gehert.
Onkl Samson wollte im Hotell wohnen, aber ich hab mich so gebessert, das er beschlossn hat, einsweiln bei uns zu bleibn. Ich erzehl ihm immer schpeter, was unsre Leite leise sagn, wenn sie wolln das er es nich hert. Er is greßlich neigierig, was die Leite sagn. Ich kann ihm nich mehr Fergnign machn, als wenn ich ihm alles erzehl, was sie ihm schimpfn: alter Knicker, alter Geldsak, alter Geizkragn, alter Lebfirimmer un solches. Er sagt ich bin ein gescheiter Kerl fir mein Alter un er wird mich nich fergessn auf mir zu denkn. Er is noch immer sehr besorgt um seine Augn, weil die Gleser fon Susann ihm nich passn. Aber um zu den Babi zurikzukommen, wi immer in die Bicher schteht. Ich hab es gesehn — nein, so was! Warum habn sie sich nich wengstens eins ausgesucht, das krichn kann, un Hare am Kopff hat un mit seinen kleinen Onkl Kugl schpiln kann? Dises hir is durch un durch bledsinnig mecht ich sagn, außer das es ein Indjahner is — warum habn sie nich ein weißes Kind gekauft, damit es anschtendig is wenn es groß wird? Ich fragte meine Schwester: »Zu was fir einen Schtam gehert es?« Sie sagte: »Wahrscheinlich zu den Kickepuhs.« So eine Schande fir di Hackers! Ich glaub sie habn es genommen, weil es billig wahr oder das letzte. Lily umarmt es un kißt es, wi wenn es das sißeste fon alle Babis wär. Sie is zornig wi ein Heuhopser auf mir, weil ich ihm eine Schpennadl heneinschtekte um zu probihrn ob es filleich ein Gummibabi is. Ich glaube sie wird ein Preisbokser wern, wenn sie groß wird — sie schlug un traf mich heit frih grad ins Aug wi wenn sie Lekzejohn genommen hedt; ich war ganz erschtaunt, wi fest sie hinhaute.
Lil is jetz ebn auf Besuch bei uns, zuhaus, um das Kind herumzuzeign un ich bin deßwegn meistns draußn; ich hab es nich gern, wenn Kinder schrein un dann is jetz auch bald der 4. Juli un wir Jungen habn eine Menge Schpaß im foraus mit Knallrakettn un ehnliche Sachn. Meine 2 zugeheirate Brider, der Tellergrafnbeamter un Onkl Samson gebn mir genug Taschngeld, so das ich mehr Rakettn hab wi die andern Jungen un deswegn sin sie alle sehr freindlich un heflich zu mir.
Auf der Wise for der Schtadthalle schteht eine alte Kanohne. Sie wird am 4. in der frih 100 mal abgefeiert. Ich un Karli un ein par andre Jungen habn ein Haufn Pulwer un wir wolln etwas schpaßiges machn, was der Mann im Zirkuß gemacht hat — bald, ich glaube morgn. Es is ein tifes Geheimnis aber dir will ichs erzehln libes Tagbuch. Der Kerl im Zirkuß schoß einen Mann aus einer Kanohne heraus. Unsre Kanohne is nich groß genug fir einen Mann, aber fir ein Babi is es sehr bekwem, wenn es klein is. Wir wolln uns also Lil ihres ausborgn, weil es sehr klein is. Aber sie darf es nich wissen, weil sie so drauf Ach gibt, wi wenn es ein Eih wer! Wir wolln Wache haltn, bis es dunkl wird un wenn sie es schlafn gelegt hat un in dem Sallohn hinuntergeht, soll ich mich henaufschleichn, es in seiner Deke einwikln un hinunterbringen, dann machn wir uns auf un davon. Di Kanohne is schon geladn mit einer Menge Pulwer un filleich 20 Kugeln, die wir selber machtn. Wir nahmen ein Schtik Bleirohr aus unsern Wasserbehelter, schmeltzn es un es sind hibsche Kugln, so groß wi eine Walnuß. Ich hoffe es wird den Babi nich sehr weh thun — ich glaube wengstens — der Mann den sie aus der Kanohne geschossn habn, wahr nich ein bischen ferletzt. Jimmy Braun will sich das Federbedt fon seiner Großmutter ausborgn, damit wir es dort heneinschißn. Wenn das Babi aus der Kanohne geschossn is, werd ich es schnell nachaus tragn un dann wolln wir noch ein Freidnfeier mit Teerfesser machn — es is ein großartiger Schpaß.