Ich glaub die ganze Schtadt redet fon mir, weil mir ein pahr Zufelle passihrt sin. Wo ich geh un schteh, wer ich ausgelacht. Es ekelt mir auf der Schtraße zu gehn, alle die Kerle foppn mich. Sie heißn mich jetz nich anderst als das »Wunderthir«. Ich winsche, die Farbe mechte henuntergehn. Ich wer mich fon Betti mit Sand abreibn lassn.
Es nitzt nichs. Mein Schpaß is ein bischen zu weit gegangn. Ich wer so verschpottert un gefoppt un ausgelacht, das ich es nich un nich aushaltn kann. Ich glaub ich wer zur Tante Betsey fortlaufn un dortbleibn bis es herunterget. Es zalt sich nich aus eine Woche nach der andere ein Wunderthir zu sein. Im erns meine Tante wird mich filleich nich eimal erkennen. Ich wer mich ihr fermithn als ein kleiner Negerjunge, der fir Kost un Qwatihr Brommbern klaubn will. Ich hoffe, wenn di Schul im Sepptember anfangt, wer ich wider weiß sein. Wenn ich die Schtraße henuntergeh bitn mir dise Kerle Kokusnisse an. Dokter Moor nennt mich das fehlende Glid. Sie sagn, sie wern ein Supschkripzjohn ereffnen um mir die Farth zu bezaln, weil sie mich zu Darrwien schikn wolln. Sie glaubn, si sin greßlich witzig! Ich ging im Konzertt un sie lißn mich nich eimal bei meiner leibliche Schwester sitzn, nur auf der Gallerih! Es eklt mir schon. Das nechste Mahl wenn Karlchen eine Auschtellung macht, kann er selber das Wunderthir sein.
Es geht schon an manche Schtelln henunter un sie rufn mich »Leopahrd!« Es is schreklich, was fir Folgn etwas habn kann, wenn man nich im geringstn dran denkt. Ich hab mir immer gedacht, ich mecht gern ein Inschenehr sein, wenn ich kein Matros oder Pfahdfinder sein kann. Ich bin sehr gern bein Deppoh untn. Di Leite dort sin sehr freindlich zu mir, nur manchmahl neckn sie mich sehr. Sie habn offt iber mein Pech gelacht, wenn sie dafon gehert habn, aber jetz is ihnen das Weinen näer, wi das lachn. Willi Bellow is ein Inschenehr auf einen Laßzug, der hir immer schtehn bleibt — er is einer fon meine bestn Freinde. Er wollte mich einmal auf seine Maschihne nemen, wenn er auf den Nebngleiße is un auf dem Persohnenzug wartn muß un mir alles erklehrn, was ich wissn will; allso wahr ich gestern mit ihm un fragte ihm, wi man sie laufn macht un er zeigte mirs.
»Du kenntest sie beina selbs lenkn, was, Junge?« sagte er, un dann meinte er un der Heitzer, sie hedtn noch Zeit in dem Wartsahl um der Eke zu gehn, un sich ein Pakl Taback zu holn befor der Pesohnenzug kommt un gingn auch. Willi half mir henunter un sagte mir ich soll heniberlaufn zum Schtattsjohnshaus, damit mir kein Mallehr passihrt. Aber ich wollte gern wissn, wi sich das alte Ding bewegt un schprang henauf, wi er nich hin schaute, weil er ein Glas Sodawasser trinkn mußte un zog das kleine Ding herum, das er mir gezeigt hadte, un befor ichs wußte, wahr sie in Bewegung. Ich schrie, sie soll schtehn bleibn, aber es wahr umsons. Das heßliche Ding lif nur noch schneller. Der Inschenehr un der Heitzer lifn heraus — so was hab ich noch nie gesehn, wi bleich sie durch dem Schmuz auf ihrn Gesicht wahrn — sie lifn wi ferrikt aber die Lokermotive kam ihnen for so leicht wi nix. Ich sah die Leite rennen un die Hende ringn un dachte an dem Tag, wo ich im Ballohn aufgeschtign bin un mir wahr greßlich schlecht. Dann wahr ich weit draußn im Feld un zog alle dise Frachwagohns hinter mir un errinerte mich, das der Persohnenzug in finf Menutn ankomt, un ich wahr so erschrokn, das ich nich eimal dran denkn konnte, sie aufzuhaltn, weil ich grad direk auf dem Zug losfuhr un ich wußte er kommt mir engegn un ich dachte nur: »Was fir ein Kracher!«