Aber Onkl wahr withig — grad nur, weil ich seine falsche Zehne ein bischen ausborgte, damit ich wilder ausschau, un sie im Brunnen fon Karlchens Leitn falln liß, wi wir trinkn gign. Es wahr dahmals sehr heiß. Ich wollte sie nich falln lassn. Er is sechtzig Fuß tif un der Mann der henunterschtig konnte sie nich findn. Sie wahrn aus Golld un kostetn eine Menge Geld un der Onkl ferhungerte beina, biß er di andern krigte. Er tat mir beim Essn ser leid, aber er wollte keine Enschulgungen fon einen so schlechtn Jungen anehmen. Gleich wi er di andern bekahm, aus Nikl oder Gummilasti oder was es wahr, das er sich auf der Schtraße zeign konnte, liß er einen Wagn holn, un liß sein Gepek ins Hotell fihrn. Nemlich Harri hadte einen kleinen Esl, den wir als Ellefantnbabi habn wolltn un so mußte ich dem Kahschmierschahl fon meiner Schwester ausborgn, wi sie nichs dafon wußte, um ihm iber ihm zu breitn. Aber er mußte auch einem Rissl habn, sons wer die gantze Auschtellung ferdorbn gewesn un wir fandn nichs anres, das gepaßt hedte, außer die Ortrompete fon meinen Onkl. Aber die paßte ausgezeichnt, wi wir sie feßgemacht hatn, was ganz leich ging. Wi wir ihm noch ein bischen dikere Fiße gemacht hadtn, aus den Dekn fon Karlchens Faters Ferd un ihm dem rotn Schahl henumgebundn hadtn, wahr es so genau ein Ellefantnbabi wi nur was — ganz so gut wi das Filadelfibabi. Es wahr allein 3 Cent wehrt, es anzuschaun. Aber der Onkl konnte fir ein pahr Tage nich fihl hern, weil der Esl fergaß, das er ein Ellefant wahr un wi toll herumschprang un seinen Rissl iberall heneinzwengte wi wenn er ein richtiger Pakknecht gewesn wer. Das un seine Zehne zusamm wahr zufihl fir seiner Geduld — er wahr so withig, das Mamma weinte.
Ich weiß nich, ob er wirklich gegangen wer, nur namen wir seinem bestn seidnen Anzug, dem er in Jahpann bekommen hat un zogn ihm Karlchen an, damit er ein Tirke is un bandn ihm sein rotes Taschntuch als einem Turbahn um, un es kahm ein bischen Farbe drauf, wi wir zufellig dem Farbtopff im Schtall umschidtetn, un das Gewand war ruhnirt — er wahr schade, weil es sehr hibsch wahr, lauter seidne Blumen. Karlchen hedte nich so unforsichtig sein solln. Es wahr aber eine famohse Auschtellung. Es kamen 13 Bubn un drei Medchen henein. Wir habn 50 Cent eingenommen di wir fir armen Schklafen hergebn wolln. Mir ligt nichs drann, das der Onkl im Hotell wohnen gegangen is. Betti erzehlte mir im Fertraun, das er ihr schon zuwieder is. Er sagt ich hab ein großes Glik ferscherzt durch meiner schlechte Aufihrung — aber ich glaub ich brauch kein Glik; ich hab eine Menge Schpaß un genug zum essn. Ich wollte ihm nich ergern, wi ich den bestn Zopff fon meiner Schwester mit Schusterpech auf dem kaaln Flek auf seinem Kopf pikte — ich wollte nur sehn, ob er wi ein Kinehser anschaun wird, aber manche Leite ferschtehn gar keinem Schpaß. Elsbett sagt, ich hab ihr ihrn Zopff ruhnirt, der 10 Doller kostet. Wozu tragt sie also einen? Di Medchen mechtn es beqwemer habn bei den heißn Wedter, wenn sie sich frisihrn mechtn, wi ich. Wenn so ein Medchen nich ½ fon ihrer Zeit ferbringen kann, sich fir ihrem Verehrer schehn zu machn, ligt ihr nichs am ganzn Lebn. Ich erzehlte den Tellergrafistn das Elsbett gestern abns befor sie im Sallohn kam, henaufgegangen is um ihre Frisuhr zu pudern un aufzusetzn un sich die Augnbraun zu bemaln — un das ihr des Hahr greßlich ausgeht. Ich glaube, sie wird bald kaal sein; wi sie immer Sommenschprossn hat, bis sie sich mit Zitronglitzerin einreibt. Ich wollte ihm grad erzehln, das sie immer sofihl Hihneraugn hat, wi sie hereinkam.
Heit abens klinglte es bein Hausthor un Betti wahr einkaufn gegangn; meine Schwester schaute durchs Gukloch un sagte: »Oh Schorschi, es sin dise noble Leute, di ich lezte Woche besucht hab. Es is ein greßlich liber junger Mann in der Familje. Betti is fort. Du sihst grad aus, wi ein kleiner Negerbedinter. Weiß du was — geh zum Tohr un fihr sie anschtendig herein un dann bleib draußn. Sie wern nich lang hirbleibn.«
Ich machte also di Thir auf, mit einen Krazzfuß, wi dise Bedintn in Hotell un bekomplimirte sie sehr heflich zum Sallohn. Dann blib ich draußn, wi mir Elsbett gesagt hadte. Nur wahr es mir zu einsam in Wohnzimmer un so schlipffte ich bald drauf im Sallohn un ging hin zun Schterreskop um durchzugukn.
»Schorsch,« sagte meine Schwester leise, »zih dich zurik.«
»Wozu?« sagte ich. »Ah so, das hab ich ganz fergessn! Aber was ligt drann, sie wern sehn, das es dein kleiner Bruder is, wenn ich auch ein Mulatter bin. Du kanns mich nich fir einen Bedintnjungen ausgebn.«
Dann schautn sie erschtaunt drein un meine Schwester mußte ihnen erklehrn, wi ich mich angeschtrichn hab un das die Farbe nich henuntergehn will un sie sagten: »Ach ja, wir habn gehert fon ihm; wahr das nich der junger Mann, der allein im Ballohn aufgeschtign is un so weiter?«