Ich schlipfte henunter un ging durch der rikwertige Gasse nachaus, um zu sehn, was sie sagn wern, wenn ich komm, befor sies wissn. Oh, wi mein Herz klopffte, wi ich näer kahm! Es schin mir, als ob ich ein pahr Jare — ein Jar 100 wegewesn wer! Ich ging leise im Hinterhof un gukte durchs Schpeiszimmerfenster. Jeh! Was fir eine Menge gute Sachn warn da zum Nachmahl! aber sie saßn alle um dem Tisch wi Mumjen un aßn nich sofihl das es die Arbeit fon der Kechinn wert wahr. Mamma hilt sich ein Taschntuch zu die Augn, Elsbett war blaß un redete nichs, Betti schluchste, wi sie Lil un Montagu das Brot brachte — so eine Gesellschaff! Also schprang ich grad auf das offne Fenster, wi ein Gummilastiballn un sagte: »Ihr mechtet einem bessern Apptit habn, ihr Leite, wenn ihr auf einer wiste Insl geschtrandert wert, wi ich wahr. Oh Godt! wi hungrich bin ich — gebt mir was zu essn!«
Großer Godt! — Aber ich kann es nich beschreibn — ich will dem Forhang iber der Ssene falln lassn. Nur eines is mir besonderst aufgefalln — di Familjehn fon schlechte Bubn scheinen grad so fro, wenn sie die ferlohrnen widersehn, wi wenn es nich so greßliche Kinder wern. Aber ich hab eine gute Lekzejohn bekomen un ich wer mich tichtig anschtrengen, damit ich mehr ferdin das Betti mich halb zutot wirgt un sagt sie will mich nur umarmen. Selbs das komische kleine rote Babi lachte, wi es seinem Onkl Schorschi sah.
P. S. Es is gut, das der Kapetehn den Ballohn mitgenommen hat; der Luffschiffer hat meinen Fater um sibn 1000 Doller ferklagt, aber jetz wird alles, was Papa bezahln muß, nur fir die Flekn sein, die man dort aufnehn muß, wo ich mit meinen Taschnmesser die Lecher heneingeschnidtn hab.
Meine Schwestern wolln den Kapethen eine seidne Faane un jedn fon meine Freinde, den englischn Matrosn eine silberne Uhr schikn; sie sin greßlich lib (meine Schwestern).
[Auf der Lokomotive]
Onkl Samson is so mid, bei uns zu sein, das er weggegangn is. Er is ganz aufgeblasn fortgegangen un hat mir nich eimal ein Poni geschenkt, das ich mich an ihm erinner. Es wahr mir sehr ungenehm mich fon meinen libn Onkl trennen zu missn, befor er mir das Poni gekauft hat. Wenn ich es hedte, wirde ich dem Onkl nich so schwer fermißt habn. Er wollte nich for den Herbs weg fahn, aber unerwartete Umschtende habn seine Abreise beschleinigt. Es sin jetz Ferjenn un wir Jungen habn genug Zeit zu schpiln; also machtn wir ein Ausstellung im Schtall fon Karlis Fatter, zwei nachmitage Antreh 3 Cent, große die Helfte. Karli wahr ein Affe, Harri wahr ein Behr un ich wahr das große »Wunderthir«. Wir hadtn noch anre Thire un ein pahr Abteilungn. Ich ging zun Rasehr un liß mir dem Kopf rasihrn un dann ferbte mir Karli das Gesich un die Hende dunklbraun. Er mußte wirkliche echte Farbe nemen, die fon Gidter ibrig geblibn wahr, weil wir nichs anres hadtn un ich schaute ganz gut aus damit. Es wird aber dem ganzn Sommer dauern bis es henuntergeht un ich kann nich in der Kirche gehn. Ich erkenn mich selbs nich, wenn ich im Schpigl schau. Elsbett sagt, es is ergerlich, bein Essn an denselbn Tisch mit einen Negerjungen zu sitzn. Sie glaubt, ich soll mit Betti essn, aber Betti will auch nich an einen Tisch sitzn mit einen Wunderthir, un so laßt mich Mamma obn, wenn eine Gesellschaff da is.