»Oh nein,« sagte ich. »Hechstens wars Hektor. Ich hab ihm ein par Fotografihn zum kaun gegebn, filleich hat er sie auf der Schtraße falln lassn.«
»Dann hadtest du sie also?!« sagte sie ganz heftig. Das Unglick war geschehn. Ich lif dafon un legte mich schlafn. Ich wollte nich dabei sein, wi di Leite weggingn. Ich lag un denkte un denkte lange Zeit. Ich wußte, das mich jetz wider Prigl erwartn. Ich habe mich noch nich fon die Wirkungen der forign erholt. Mir schin als kennte ich die harte Prifung nich iberschtehn die mich in der Frih erwartet. Ich konnte keinem Momment schlafn. Ich war entschlossn fortzurennen. Tante Betsey wohnte nur finfzig Meiln per Bahn fon unsern Ort. Ich wahr einmal dort. Ich hadte zwei Doller in meiner Schparkasse. Der Mond schin so hell wi Tag. Ich schtand auf, un zog mich an, nahm meine Schparkasse kroch die Schtige henunter so leise wi eine Maus, machte mir die Thir auf un war draußn.
Ich lif so schnell ich nur konnte zum Deppoh. Es wurde schon hell. Ein Lastzug schtand auf der Weiche un blis Dampf aus. Ich paßte di Gelegenheit ab un kroch in einem leern Wagn.
Zimlich bald klinglte es — wir warn am Weg!
»Lebt wol meine Freinde!« sagte ich. »Ihr werdet euch nich mehr mit disn bösn Jungen ergern. Er geht un wird sich duckn, bis der Sturm voriber is!«
Dann machte mich das Wackln fon den Wagohn sehr schlefrig un ich dachte, ich will ein bischen schlafn un ich werde morgn erzehln, wi ich aufwachte.
»Wer is das?« fragte eine raue Schtimme.
»Ich bins, der kleiner Schorschi,« sagte ich. »Ich will meine Fart bezahln. Hir is meine Schparkasse mit zwei Doller drin, nehmen sie sich henaus wifil sie bekommen.«