Aber der heßlicher Pollezeibeamter kam hin un schtiß mich henaus un fragte, wo meine Eltern sin — er wollte sie arretihrn lassn, wegn Grausamkeit gegn Kinder — un Papa kam gelaufn un wollte dem Franzohsn peitschn. So kam ich um meiner Fart. Es wahr zu dumm. Mamma sagte, sie will mich nich einen Augnblik aus ihre Augn lassn, so lang wir beim Nigjarra sin. Es machte sie schaudern das ich so mit genauer Not der Gefahr engangn wahr. Den nechstn Tag kaufftn wir ein Nadlpollster fir Elsbett fon di Indjahnerfraun un einen Bogn un Feile fir mich un fuhrn zur Zigninsl, aber ich sah dort gar keine Zige. Man mechte es nich glaubn, wi schnell dort das Wasser geht. Wenn mann ein Schtik Papir oder Gras heneinwirfft, dann siht mans. Es wahr auch eine Dame dort, prachfoll angezogn di einen greßlich komischn Moppshund mit einem rosaband trug un sie liß mich mit ihm schpiln un ihm eine Weile haltn um sich ein bischen auszuruen.

Ich weiß um alles in der Welt nich wis passihrte, aber wi sie auf etwas schaute, was Mamma ihr zeigte, fihl Nelly (das is der Mopps) ins Wasser. Ich sah grad nur fir eine halbe Sekkunde eine rosa Schleife, dann sah ich nichs mehr. Man hedte glaubn kennen, es is ein Bubi wi sich das Fraunzimmer benahm! Wenn Papa sie nich feßgehaltn hedt, ich glaub sie wer dem Mopps nachgeschprungen. Weil sie nun nich konnte, krigte sie Krempfe un man mußte sie im Hotell tragn.

»Du unforsichger Junge!« sagte Mamma, »das is der zweite, seit wir fon zuhaus fort sin!«

Ich weinte beina selbs — so ein herzeges kleines Geschepff, refarbig mit einen lokign Schweif un einer schpaßige schwarze Schnautze; aber ich beruigte mich damit, das ich jetz wußte, das Wasser macht fast eine Meile in der Sekkunde. Der Wissnschaff missn Opfer gebracht wern, sagt mein Leerer.

Aber es is Zeit, mein Tagbuch, das ich dir fon meinen eignen knappn Entwischn erzehl. Ich wahr in tetliche Gefar. Das Blut erschtarrt mir, wenn ich nur drann denk. Wenge Jungen fon meinen Alter kennen so ein Erlebniß erzehln. Die Wasserfelle sin groß — sehr groß — risig, aber es ligt mir nichs drann, sie noch eimal zu sehn, hechstns mit einen Redtungsgirtl. Am 2ten Tag wi wir Fische zu midtag hadtn fihl mir ein, das es schpaßig sein mißte, in dem Fluß zu fischn un ich blib ruig, bis Mamma mich in ihr Zimmer nahm, un mir sagte, ich soll mir ein Buch nemen un einsweiln lesn, wehrend sie ihre Sjesta helt, wi jedn nachmitags.

Zimlich bald schlif sie ein. Ich schaute aus den Fenster — der Himml war blau, die Sonne schihn hell. Ich sehnte mich, draußn zu sein. Ich kroch auf dem Feranderdach, glischte auf einer Seile henunter, kauffte mir in einen kleinen Ladn iber der Schtraße ein par Angl un lif weg. Ich ging weit am Fluß hinauf, wo das Wasser ganz ruig un langsam floß. Dort setzte ich mich nider un fischte. Ich fing aber nichs un ging noch ein gutes Schtik weiter henauf — bis ich zu einer Mihle kam, wo ein kleines Boht in einer Buch angebundn wahr. Es schaute nimann, also borgte ich mir das Boht aus. Ich dachte, ich wer heniberrudern un schaun, ob auf der kanahdische Seite mehr Fische sin. Wi ich ein kurzes Schtik hinausgerudert wahr, fing das Unglick mit den ferteifltn Boht schon an — es drehte sich herum un irgnd etwas riß mir die Ruder aus der Hand, grad wi wenn ein pahr Hende henaufgereicht un sie mir fortgezogn hedtn. Ich flog so schnell den Fluß hinunter, das ich an dem Mopps mit den Rosaband denkn mußte, aber mir scheint dismahl hadte ich nich sofihl Intresse an der Wissnschaff — ich fergaß zu rechnen, wi geschwind es ging un fing an zu schtaunen, was ein kleiner Junge alles denkt, wenn er iber dem Niagjarafall fligt, um zu ertrinkn. — Es wahr mir schlecht im Magn un ich winschte, ich wer zurik in Mammas Zimmer, ruig mit den Buch in der Hand, wi ein brafer Junge.